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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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Heinrich, daß seine Gesinnungen sich gegen seine alten Verbündeten, die Eidgenossen,geändert hatten. Was ihn zu dieser Aenderung bewogen, läßt sich leicht erklären.Gr. Heinrich, immer noch stolz auf seinen alten Adel, eifersüchtig auf seine alther-kömmlichen Rechte, war in seinem Herzen immer ein Feind der Volksverbindungenund ihrem Streben nach Freiheit und neuen Rechten geblieben und nur die Nothund wohl auch das Beispiel des Herzogs Friedrich von Oestreich hatte ihn vermocht,sich den Glarnern und Schwyzern früher anzuschließen. Nun war Oestreich imoffenen Kriege mit den Eidgenossen, fast der ganze Adel, nicht nur der Umgegend,sondern auch fast von ganz Schwaben, hatte mit den beiden Grafen von Würtem-Lerg, Ludwig und Ulrich (16. Oktober 1141) ihnen abgesagt und es war gewisser-maßen zur Ehrensache geworden, gegen die Eidgenossen in das Feld zu ziehen. Zu-dem war Hans von Rechberg einer der gefährlichsten und bittersten Gegner der Eid-genossen, ein Tochtcrmann des Gr. Heinrich, welcher großen Einfluß über diesenalternden Greis übte. So vereinigte sich alles, den Gr. Heinrich gegen die Eidge-nossen zu stimmen. Auch hatte ihm Kaiser Friedrich zu Jnnspruck den 20. Januar1113 alle seine Freiheiten bestätigt, ihn mit dem vom Reiche und von Oestreichherrührenden Lehen neuerdings belehnt und dessen Unterthanen von allen fremdenGerichten befreit. Grund genug, den Grafen Heinrich für die Pläne des KaisersFriedrich zu gewinnen t), Unterdessen hatte Oestreich aus Feldkirch, Wallgan,Bludenz und dem Jnnthale Truppen gesammelt, mit welchen Sargans überzogen,besetzt und Wallenftadt erobert wurde (Sept. 1414). Gr. Heinrich sowie seinVetter, der von Brandts, hielten sich ruhig, ohne die Glarner zu warnen, da dochdie Oestreichs drohten, über Wesen nach Glarus zu ziehen. Als endlich hiervondie Nachricht den Glarnern zukam, forderten sie den Gr. Heinrich auf, ihnen dieFeste und Stadt Sargans einzuräumen, oder aber zu bewirken, daß die östr. Trup-pen Sargans verlassen und auch ferner ihnen der Eingang und Durchzug verwehrtwerde, damit von dieser Seite kein Einfall in ihr Land geschehen könnte. GrafHeinrich wies auch dieses Ansuchen ab. Da sammelten sich die Glarner bei Wesenund Quarten und zogen mit ihrem Banner Wallenftadt zu, die östr. Söldner flohenin der Nacht aus dem Lande. Die Glarner, in der Meinung, der Feind erwartesie bei Mails, rückten (21. Sept. 1111) in Schlachtordnung diesem Orte zu. ZuRaßein angekommen, trafen sie die beiden jungen Söhne des Gr. Heinrich, denWilhelm und Georg. Der Vater hatte sie den Glarnern entgegen geschickt, um fürsich ein sicheres Geleit zu erhalten. Mit diesem kam er nach Mails, mit ihm dieAbgeordneten von seine» und der östr. Landleute von Freudsnberg rc. Da entschul-

') S. Chmel, Reg. Nr. 1380 u. 1381.