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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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richten sei», auch die Freiheil haben sollen, Aechtcr zu enthalten, d. h. Personen,welche in der Reichsacht waren, aufzunehmen und ihnen Aufenthalt zu gewähren.*)

Gleich nach der ersten Belehnung brach der Pfälzer Krieg aus, und auf Be-trieb des Kaisers Friedrich zogen der Gr. Ulrich von Würtemberg mit dem Markgr.Karl von Baden und des letzter» Bruder, Bischof zu Metz, mit einem großen Heeregegen den Pfalzgrafen Friedrich (1ä62) aus. Zu diesem Heereszuge wurden alleDiener, Vasallen und Lehenleute beider obgenannten Fürsten aufgeboten. Auch anden Gr. HanS von Werdenberg den ältern erging dieses Aufgebot.2) Selbst altund gebrechlich, sendete Gr. Hans seinen Sohn Georg, welcher dem Heerhaufen desMarkgrafen Karl von Baden zugetheilt, mit diesem letzter» in dem Treffen bei Se-kenheim den 31. Juli 1462 gefangen wurde. Im Februar 1464 (am Montagnach krto midi vor dein ersten Fasteusonutage) finden wir den Gr. Georg mit sei-nem Vater Hans, dem ältern in Pforzheim, woselbst ihm Markgr. Karl von Baden,dessen Gunst und Liebe er sich erworben zu haben scheint, seine Tochter Katharinaverheiratete. Dabei wurde als Bedingung beigesetzt, daß sich die beiden weltlichenBrüder Ulrich und Hugo nur dann ohne besondere Einwilligung des Markgr. Karlund des Grafen Hans, des Vaters, verheirathen dürfen, wenn Georg nach zehn Jah-ren noch keine Erben haben würde.

Die beiden Brüder ließen sich diese allerdings sehr lästige Bedingung gefallen,sei es aus Liebe zu ihrem Bruder, oder weil sie sich durch diese Heirath ihres Brudersmit dem so angesehenen Fürstenhause, wie das markgräfl. bad. damals schon war,selbst geschmeichelt fühlten, und dieses Opfer dem Ansehen ihres Hauses brachten.Uebrigens regierten alle drei Brüder auch nach des Vaters Tode (1463) ihre Herr-schaften gemeinschaftlich, ohne eine Theilung unter sich vorzunehmen; daher auch inder Regel die Urkunden jedesmal im Namen aller drei Brüder ausgefertigt wurden.So überlassen am Mittwoch nach Philipp und Jakobi 1470 Georg und Ulrich auchim Namen ihres abwesenden Bruders Hugo, unter Vermittlung ihres ältern BrudersJohann, Bischof in Augsburg, dem Johann Hörwart in Glött mehrere Güter undRechte, welche sie in Glött und Heudorf besaßen §), als Lehen, erhalten dagegen des-sen Güter 5), die er mit Heinrich Jmhof in Gundremmingen besaß. Auch erlauben

S. Anh. Nr. 318 u. 3l7.

2) Urk. vom Pfingstdienstag 1642 von Markgr. Karl von Baden und Graf Ulrichvon Würtemberg, daß sie den Gr. Hans von Wcrdenberg zur Hecreöfolge aufgefordert,dieser aber statt seiner seinen Sohn Georg geschickt habe. S. Anh. 275.

S. Anh. 282.

H Signi. Arch. Nrk. Anh. Nr. 293.

Z Steinhofcr Bd. m. S. 381.