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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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Zugehörigen ein Ganzes bilden, welches, wenn mehrere Söhne vor- >Handen, nur Einer erben soll, wogegen er für die übrigen Familien-glieder zu sorgen habe. Dieser regierende Herr soll sich mit einerEbenbürtigen verehelichen. Die weibliche Succession tritt dann erstein, wenn keine männliche mehr da ist.

Kein Familienglied soll ein anderes vor einem kaiserlichen Hofeoder Landgerichte noch sonst wo verklagen dürfen, sondern die sichetwa ergebenden Streitigkeiten haben die Conservatorcn der Familiezu entscheiden. Zu letzteren sind ernannt ein jeweiliger Bischof zuKonstanz und ein jeweiliger Direktor der Grafenbank des schwäbischenKreises. Die Urkunde unterschreiben: Franz Johann, Bischof zuKonstanz, Haug, Gr. zu Montfort, Haug, Graf zu Königseck,War Willibald, Gr. zu Wolfegg, Franz, Gr. zu Montfort, Jo-hann, Gr. zu Montfort, Franz Ernst, Gr. zu Kriechingen, Anton,Gr. zu Montfort. Fürstl. fürstenb. Archiv. Fasc. Montf. Akten.

407. !728. 26. Juli, Konstanz. Johann Franz, Bischof zu Konstanz, bestätigt

im Namen der Conservatorcn der grast. Montforter Familie die vonden Grafen Anton und Ernst v. Montfort vorgeschlagene Verwaltungder Montforter Herrschaften. A. d. fürstl. Waldb. Waldseer Archiv.

408. j766. 17. Oktober. Kaiser Joseph n. belehnt den Franz Laver und dessen

Brüder, Anton und Johann Nepom., Grafen zu Montfort, mitTettnang und Argen.

409. 1769. 19. Febr. verkauft Gr. Laver von Montfort mit Zustimmung seiner

Brüder die Herrschaft Langenargen um 80,000 st. an den Churfürstenvon Baiern^).

410. 1779. 14. Aug. verkaufen die Brüder Franz Laver und Anton, Grafen zu

Montfort, alle ihre Herrschaften, Güter u. s. w. an das Kaiser-haus Oestreich um 1,200,000 st., an welchen Oestreich vorschuß-weise schon 900,000 st. bezahlt hatte- 300,000 st. sollen zur- Befriedigung der übrigen Gläubiger verwendet werden, obige beidenGrafen aber eine jährliche Rente von resp. 6000 st. und 3000 st.erhalten. Die Konservatoren der Familie hatten in demselben Mo-nate ihre Zustimmung gegeben 2).

Dieser Verkauf wurde auf die Einsprache von Oestreich, na. 19. Nov. 1709, auf-gehoben.

2) Obige Urkunden befinden sich als Conzepte, sowie Nr. 407 u. 408 in dem fürstl.fürstenb. Archiv in dem Fasc. Montf. Akten.