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sie ihre Kundschaft um Hunderttausende von Franken zUverkaufen pflegen, ist unbezweifelte Thatsache, und eine derschwierigsten Aufgaben der preußischen Regierung in denRheinprovinzen war, und ist zum Theil noch, die Beauf-sichtigung und Gewältigung der Avouös aus französischenZeiten. Es ist überall unangenehm Rechtsstreite zu haben,nirgends aber — London vielleicht ausgenommen — un-angenehmer als in Paris, wegen der Entfernung, der be-deutenden Kosten und der häufigen Collusionen, für derenDaseyn schon das bekannte Lustspiel: les xlsilleui-d »sn,proees, spricht.
Die Notare haben ihre Geschäfte so ausgedehnt, daßjetzt fabelhafte Summen für ein Etüde von Bedeutungbezahlt werden, und daß zuweilen Gesellschaften mit einem,der seinen Namen dazu hergibt, als Nominal-Notar, einsolches zusammen erstehen und ausbeuten. Es sind vieleFälle vorgekommen, wo Notare sich des unbeschränkten Zu-trauens, welches man in sie nach französischen Gebräuchenhaben muß, unwürdig gezeigt haben, und es mag immer-hin bestritten werden, ob das Notariatswesen der Gesell-schaft nützlicher sey, als die Führung seiner Geschäfte durchverantwortliche obrigkeitliche Personen, besonders in collegia-lischer Form.
Jeder ansässige Einwohner von Paris hat seinen Avou«und seinen Notar; bei diesen liegen seine Papiere, seineKaufbriefe, sein Heirathsvertrag u. d. m. Durch diesen wer-den alle Geschäfte über Liegenschaften, Aussteuern, undGeldgeschäfte außer der Börse überhaupt, betrieben undeingeleitet. Bei der Zerstreutheit des großstädtischen Le-bens ist also der Notar eine höchst wichtige Person fürjede Familie. Er hat täglich Gelegenheit und Versuchung