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Paris im Jahre 1836 / [von Friedrich von Kölle]
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schaftszustandes wachen. Die alte Geselligkeit besteht nichtmehr, die neue die der Clubs besteht noch nicht inder nöthigen Ausdehnung, und zu ihrem Gedeihen ist dasEintreten einer weniger durch Vorgänge wechselsweise er-bitterten Generation Nothwendig.

Man mag über diese Art Gesellschaften denken wieman will, man muß ihre Naturnothwendigkeit schon wegenihrer Allgemeinheit anerkennen. In Deutschland gingensie aus den Zeiten der tiefsten politischen Erniedrigunghervor. In HollaNd und England waren sie frühe aus-gebildet als Bedürfniß, welches Klima, Hauswesen, poli-tische Lage bedingten. In Frankreich sind die jetzigenClubs Ergebniß des getheilteren Eigenthums, des Bedürf-nisses, seinen Geist durch Bücherlesen auszubilden und inguter Gesellschaft ungehindert sich zu ergehen, und eingemeinschaftliches Studier-, Empfang- und Speisezimmerzu haben. Diese Gesellschaften werden sich in der Zukunftnothwendiger Weise specialisiren, wie sie es in Englandund Holland längst gethan haben, dazu gehört aber einruhigeres Gemüth und eine weniger zerklüftete Zeit, alssie dem jetzigen Geschlechte geworden sind.

Daß man in dem Club der Rue Grammvnt den Hutauf englische Weise auf dem Kopfe behält und Abends dieCigarre rauchen darf, daß aber beides in dem französische-ren Club nicht.stattfinden darf, möchte vielfach bezeich-nend seyn.

Die Clubs im Anfange der Revolution waren diemächtigen Hebel der öffentlichen Meinung, und wie jsomanches Andere, so wurde ein englisches Institut von denFranzosen bis zur Unkenntlichkeit modificirt. Die jetzigenbeweisen denn doch, um wie viel sich seitdem die beiden