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Paris im Jahre 1836 / [von Friedrich von Kölle]
Seite
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der Buden und öffentlichen Gebäude, z. B. der ChampsSlystes d'Hiver, des Palais royal, der Passagen. Wennman nachher in Säle tritt, in welchen Oel- und Wachs-beleuchtung auch verschwenderisch angebracht sind, so erschei-nen diese Beleuchtungen dämmerig und trüb gegen denEindruck, welchen das Gaslicht zurückließ.

Eine halbe Stunde vor Nacht wird jeder Conductdurch einen eigens dazu aufgestellten Mann mit einemSchlüssel geöffnet. Das Anzünden geschieht mittelst Er-öffnung des Becs und Heranbringung eines Lichtchens.Die kleine Erplosion, in welcher die Flamme sich zuerstoben bildet, und dann auf den Bee herabsteigt, ist jedenAbend eine Belustigung der Neuangekommenen im Palaisroyal, wo übrigens beinahe alle Glasglocken, in welchendas Gaslicht brennt, zersprungen sind.

Zuweilen zerspringen einzelne Conducte, und es mußbekannt werden, daß diese Beleuchtung, wie sie in Parisgetrieben wird, nicht ganz gefahrlos ist, und für die täg-liche Fürsorge germanischer Völker besser zu taugen scheint,als für die Augenblicklichkeit der romanischen. Auch istder Fall eingetreten, daß einem Tanzsaal auf einmal allesLicht durch Anwendung des Schlüssels auf den Conductdes Saals, freilich nur auf wenige Minuten, entzogenwurde. Auch hat manches Haus durch Einbringung derLeitungsröhren in die Mauern an Schönheit und Soli-dität verloren. Die Gaslampen selbst verbergen meistsehr sinnreich die Conducte iu einem ihrer Arme.

In einigen Buden heizt man bereits das darüber an-gebrachte Zwischengeschoß durch die Gaslampe mittelst einernicht sehr kostspieligen Vorrichtung, welche mit Eintrittder warmen Iahrszeit weggenommen werden kann.