Neuntes Kapitel.
Ricci gebt zur Weihe nach Rom. — Mißbrauch der Eide inToSkana. — Plus VI. Klagen über Leopolds Maßregeln.Ricci's Examen- —
Ricci sagt uns, daß er ungern« die Last übernahm,welche man ihm aufdrang, und wenn ihn seine Freundenicht gewissermaßen dazu gezwungen hätten, so würde ergerne die Ehre, welche ihm da zugedacht, ausgeschlageuhaben.. Er gicug nach Rom um sein Eramen zu bestehenund die kanonische Institution zu empfangen. Der Pabstnahm ihn sehr gut auf: er konnte nicht ander- nach denschmeichelhaften Empfehlungsschreiben, die Ricci vvm Erz-bischof Jncontri für Seine Heiligkeit mitbekommen hatte,und die voller Lobeserhebungen waren. Der Kanonikuswar indessen noch kürzlich an dem Hof zu Rom durchdie Nunziatur von Florenz verklagt worden, wegen demTheil den er an der Abschaffung der Mißbräuche der Eidegenommen hatte, und ganz mit der Meynung des Ge-neral-VikariuS von Sienna übereinstimmte. —
De Vccchj, (so hieß der Vikarius) hatte Leopold ge-beten, zum mindesten den Gebrauch der Eide bei denTribunalen, wo man wegen der unbedeutendsten Kleinig-keit schwüren mußte, soviel wie möglich einzuschräuken.—ES war damit so weit gekommen, daß man mit demverdamnmngswürdigsten Leichtsinn zuerst etwas beschwor.