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Lehrbuch der Geographie nach den neuesten Friedensbestimmungen / von J.G.Fr. Cannabich
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875
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Chinesisches Reich. 872

die Zahl derselben 46,287, jetzt soll ihre Zahl 800,000 betragen)und Juden.

Die Chinesische Sprache geht von einer geringen Zahl höchsteinfacher Wurzellaute aus, die nur aus einem einzigen Konsonan-ten mit einem darauf folgenden Vokale bestehen, zu dem in gewis-sen Wörtern n oder nq gesetzt wird. Durch eine ungleiche Beto-nung entstehen daraus meue Wörter, jede» von einer besondern Be-deutung, die also nur durch das Heben oder Sinken, durch dasVerweilen oder Eilen der Stimme bestimmt wird. Wie die Spra-che, so ist auch die Schrift eigen in ihrer Art, aus Zeichen oderBildern bestehend, von denen jedes einen besondern Begriff, mittelstkünstlicher, höchst willkührlicher Zusammensetzungen, welchen allen diegerade Linie zu Grunde liegt, ausdrückt. Man zählt 80,000 sol-cher Zeichen.

Mit Ausnahme der Japanesen, übertreffen die Chinesen alleAsiaten an Kultur. Sie hallen das Mittel zwischen den civili-sirlen Staaten Europa's und den übrigen Asiatischen Landern.Den Fortschritten in den Wissenschaften ist der Hauptzug des Chi-nesischen Nationalcharaklcrs, nämlich ihre Anhänglichkeit an daSeinmal eingeführte Herkommen, sehr nachlhcilig. Die Fabriken,worin sie sich auszeichnen, bestehen schon seit alten Zeiten her, ohnedaß Fleiß und Erfindungskraft seitdem die mindeste Vervollkomm-nung bei denselben hervorgebracht haben. In der Malerei, Kupfer-stecher-, Bildhauer- und Baukunst sind sie stehen geblieben. Sieverfertigen gute Seiden- und Baumwollmwaaren, Kattune, vor-treffliches Porzellan von besonderer Festigkeit und Leichtigkeit, Metall-und Lackarbeilen und haben es in der Färberei und in Elfenbein - undHornarbeiten der vortrefflichsten Art sehr weit gebracht. Das Chi-nesische Papier und die Tusche sind allgemein bekannt, - so wie dassogenannte weiße Kupfer oder Packsong, Peton, eine sehr ge-schmeidige und auße:st feine Melallkvmposilion, die wie Silber klingtund woraus man allerlei Hausgeräthschaflcn macht. Sie kanntenschon lange die Buchdruckerkunst, den Kompaß und das Schieß-pulver. Der Handel mit dem Innern, durch die vielen Kanälebegünstigt, ist wichtiger, als der mit dem Auslande. Zu weilenFahrten sind die Chinesischen Schiffe, Junkcn oder Dschonken ge-nannt, nicht sehr geeignet; doch besuchen sie damit verschiedene Asia-tische Länder, selbst Neuholland, und dieser auswärtige Sechandelkann aus 90 Mill. Dollars angeschlagen werden. Der Handel alleinmit Singapur wird auf 16 Mill. Piaster geschätzt. Sehr bedeutendist die Küstenschiffsahrt. 1831 kamen allein nach Canton und Ma-kao 846 Dschonken. Von Europäischen Nationen treiben die Rus-sen durch Karawane,n, vermittelst der Mongolei, Handel mit China;und zur See besuchen besonders die Engländer, Holländer, Franzo-sen und Portugiesen die Chinesische Handelsstadt Canton. Auch dieNordamerikancr nehmen an dem Chinesischen Handel einen sehr be«