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Lehrbuch der Geographie nach den neuesten Friedensbestimmungen / von J.G.Fr. Cannabich
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895
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Afrika.

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Bon den Flüssen Afrika's sind bis jetzt als die größten be-kannt: der Nil, welcher in das Mittelländische Meer .fließt und dereinzige große Fluß auf der Nordscite ist; der Senegal und Gam-bia, welche in daS Atlantische Meer strömen; der Joliba oderQuorra (Niger), welcher nach den neuesten Entdeckungen seineM. in den Meerbusen von Guinea hat; der Zaire oder Eongound der Orangefluß, der südlichste unter den großen StrömenAfrila's, welche beide in das Acthiopische Meer sich ergießen; undder Zambesc, welcher'in den Indischen Ocean sich mündet. A oßeSeen hat Afrika nicht, außer dem Tsad, welcher erst in neuerni, Zeiten im Negerreiche Burnü (in Nigriticn) entdeckt worden ist.Man nennt zwar noch den Marawi, in der Nähe des Lupala-Gebirges und den Quiffua oder Knffua, den Danville auf demHochlande Südasrika's gefunden haben will, aber die Existenz beiderist »och problematisch, so wie auch des Aquilonda oder Ache-lunda.

Wir kennen von diesem Welttheile fast nur die Küsten, viel-leicht kaum ein Sechstel des Ganzen. Ganz Südafrika und eingroßer Theil von Mittclasrika bis zum 10 oder 12° N. Br. istein Hochland, welches den großen Flüssen Afrika's den Ursprunggibt und ein Dreieck bildet, dessen Spitze mit dem Kap der gu-ten Hoffnung das Südende dieses Erdtheiles macht. Den No d->and dieses in mehreren Terrassen aufsteigenden Hochlandes scheintein großes, Afrika von W. gegen O. durchziehendes Gebirge ru bil-den, dessen Endpunkt, im W. die Sierra Lcona und im O. dasVorgebirge Guardafui sind, und wozu die Gebirge um die Quel-len des Senegal und Gambia, die Mondgebirge, und die Ha-lt essj nischen Alpen (von welchen nördlich das Stufcnland dcSMlstrvincs bis zum Mittelländischen Meere läuft) gehören. AmDstrande dieses Hochlandes Afrika's zieht sich bis zu den Gebt gendes Kaplandes das noch sehr unbekannte Gebirge Lupata (8>>i»a^ainli), welches der Zambese durchbricht, urw das vielleicht an fei-nem Nordende sich dem Nordrande Hochafrika's anschließt. Diesesletztere fällt von seinem Nordrande zum Flachlande Sudan oder^ ^igriticn und dann zu dem großen Ticflande ab, das man dieSahara, d. h. die Wüste, nennt, die größte Wüste nicht alleinAfrika's, sondern auch der ganzen Erde, worin, gleich Inseln, g ünbewässerte und bewohnbare Landstrecken (Oasen) liegen. Im N.der Sahara steigt Afrika abermals zu einem kleineren Hochlande,i dem Plateau der Berbcrei, auf, dessen Rand das Atlasgebirgebildet. Die Höhe der Gebirge Afrika's ist wenig bekannt, aber soviel scheint ausgemacht, daß sie den höchsten Gebirgen Amerika'sund Asicn's an Höhe nicht gleich kommen. Das Klima ist wegeni der Lage in der heißen Zone das heißeste auf der Erde und wirdnur an den Küsten durch Seewinde gemildert. Unter den häufigenWinden sind der Harmattan an der Westküste Afrika's, ein sehr