Vorwort zur vierten Auflage.
Die Vorreden zu den früheren Auflagen von 1852, 1858 und1866 haben nach Art und Brauch von Vorreden Idee, Plan undAbsicht dieses Buches dargelegt. Ich halte jedoch nicht für nöthig,jene Vorreden hier wieder abdrucken zu lassen oder diese neue Auflageausführlich zu bevor- und zu befürworten: mein Buch ist ja altund bekannt genug geworden, um selber für sich zu reden. Außerdemist der Standpunkt, von welchem aus der Verfasser sein Unternehmenbegann und durchführte, in der „Einleitung" an passender Stelle
aufgezeigt.
Dieser Standpunkt liegt allerdings nicht in der bequemenNiederung, allwo die Patrioten neuester Modesortc sich angesiedelthaben,— vor-, um- und rücksichtige Leute, welche mit dem einen Fußin der Volksversammlung und mit dem andern im fürstlichen Vor-zimmer stehen, mit der einen Hand die Kirche liebkosend streichelnund mit der andern dem aufgeklärten Bürgcrthum schmeicheln. Allzeitführen sie das Wort „Deutsch " im Munde und sie sprechen es nieaus, ohne eine mystisch-verzückte Grimasse zu schneiden- Sie bemühensich, jeden Gedanken auszubeinen, jedes Prinzip zu entmannen, jedeThatsache ins Unkennbare umzuknoten, jedes Gefühl sich anzulügen,jeder Partei sich anzuschmiegen. Besonders stark sind sie in der wohl-feilen Kunst, die Weiber anzusüßeln. Wenn der „deutsche" Eifersie recht antreibt, werden sie übrigens auch tapfer, tapfer bis zumBlödsinn. Sie fürchten in solchen Momenten der Begeisterung sogardie Lachmuskeln ihrer Zuhörer nicht und orakeln drauflos, wie nurje ein etrurischer Blitz- und Donnerpfafse drauslosorakelte. Ist doch