Das Christenthum und die Völkerwanderung.
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ihrer Lieder mit der Harfe. Auch die Flöte und das Horn kannten sie.Es gab unter ihnen Sänger und" Harfenspieler von Beruf und Ruf.Daß auch Könige und Helden Gesang und Harfenspiel geübt haben, wirdin den ältesten Ueberlieferungen unserer Heldendichtung vielfach erwähnt.VonderLiederkuust gothischer Fürsten insbesondere findet sich einrührendesZeugniß in dem byzantinischen Geschichtschreiber Prokopius , welcher er-zählt, daß der donPharas inPappua(533) eingeschlossene König Gelimerin seiner Noth einen Boten an den feindlichen Feldherrn gesandt habe,um sich von ihm drei Dinge zu erbitten: ein Brot, weil er keines mehrgesehen, seit er anf diesen Berg gestiegen; einen nassen Schwamm, umdamit seine entzündeten Augen zu kühlen; endlich eine Harfe, um zuihrem Klänge ein Lied zu singen, das er auf sein dermaliges Elend ge-dichtet habe. Einen recht deutlichen Nachhall alter Gotheulieder läßt unsdie großentheils sagenhafte Gothenchronik (De rebus Aetiois) vernehmen,welche der Ostgothc Jordanis oder Jornandes im Jahre 551 inlateinischer Sprache schrieb. Dieses Buch, sowie die im 8. Jahrhundertvon Paul Warnefrid verfaßte Langobardenchronik (Oe ssestis Imnxo-brrrclvrum) gewähren uns einen Einblick in die Anfänge deutscher Historik.
Die Lawine der Völkerwanderung, welche das Römerreich bedeckensollte, wurde zu rascherem Rollen gebracht durch das im 4. Jahrhundertaus den Steppen Mittelasiens hervorbrechende Nomadenvolk.der Hunnen,welche die Alanen niederwarfen, die Ostgothen bewältigten, die West-gothen in die oströmischen Provinzen südlich der Donau drängten' unddas heutige Ungarn zum Mittelpunkt eines weiten Ländergebiets machten,dessen Insassen (Gepiden, Langobarden u. a.) ihnen tributpflichtig wurden.Die Westgothen gericthen bald mit den Oströmern feindlich zusammen,schlugen den Beherrscher derselben, Valens , in der furchtbaren Schlachtbei Adrianopel (378), verheerten die oströmischen Provinzen gräßlich undbedrohten sogar Italien . Westroms damaliger Regent, Gratian, bekleidetein dieser Bedrängniß den waffenknndigcn Spanier Theodosius mit derWürde eines Augustus über Ostrom, der mit Massen und diplomatischenKünsten den Gotheukrieg beendigte und dann, die mörderische Zwietracht,welche im weströmischen Kaiserhaus wüthete, klug benutzend, auch desAbendlandes Thron sich aneignete. Unter dem Scepter dieses Gewaltigenwar das ganze römische Weltreich zum letzten mal vereinigt. Vermögeseines Testaments theilte es Theodosius bei seinem Tode unter seineschwachen Söhne Arkadius, welchem das Morgenland mit Konstantinopel ,und Honorius, welchem das Abendland mit Rom zufiel. Thatsächlichwurde aber die römische Welt schon von „Barbaren " beherrscht, indem---ström von dem Minister Rufinus , einem Gallier, Westrom von dem-Nmister Stiiicho, einem Vandalen, regiert ward. Des Rufinus Neid
aus > - Alarich zu einem Einfalle
oulivuren, regiert ward.auf Stilichv reizte den König der Westgothen