Das karlingische und otwmsche Zeitalter.
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materielle und geistige Kultur begründet uud gefordert zu haben. Musterder Klosterschulen, denen Kaiser Karl die lebhafteste Ausmerlsamkettzuwandte, wurde die, welche der eigentliche Begründer mönchischer Ge-lehrsamkeit in Deutschland, Hraban Maurus (776 — 856), imaltehrwürdigen Kloster Fulda 804 einrichtete und welcher bald die vonSt. Gallen, Hirschau, Reichenau, Weißenburg , Korveh und anderenachfolgten. Hauptgegenstand des Unterrichts in diesen Anstalten wardas oben berührte Trivium und Quadrivium der sieben freien Künsteund die Kenntniß der lateinischen Sprache. Dem Fleiß, womit dasLatein gepflegt wurde, ist die Rettung, Bekanntmachung und Verbreitung(durch Abschreiben der Handschriften) vieler Literaturschätze des klassischenAlterthums zuzumessen. Wunderbare Fügung, daß die Rollen, welche„so viel zu lehren hatten", vor der Aechtung durch die Barbarei desbeginnenden Mittelalters in den Zellen christlicher Mönche ein Ashlsich eroberten, damit der in ihnen wachende Geist der Schönheit undHumanität später von dort aus mit neuer Kraft seine Souneustralenüber eine verfinsterte Welt ergösse. Uebrigens brachte es die Stellungder die Klosterschulen leitenden Geistlichkeit mit sich, daß sie neben demLatein auch die deutsche Sprache emsig pflegen mußte. Konnte sie dochnur mittels letzterer auf das Volk einwirken. Behufs des Schul-unterrichtes wurden deutsch -lateinische und lateinisch-deutsche Wörterbücher(„Glossarien") zusammengestellt, behufs der kirchlichen Unterweisungliturgische und oratorische (Tauf-, Beicht-, Gebet-, Predigt-) Formelnin deutscher Sprache verfaßt. Solche zum Theil noch aus dem 8. Jahr-hundert stammende Vokabularien und Formeln gehören mit zu denältesten Denkmälern unserer Sprache, sind also für den Entwickelungs-gang derselben höchst beachteuSwerth H. Dabei ließen es aber die Geist-lichen nicht bewenden. Sie erkannten, obgleich von Bonifacius au heftiggegen die heidnische Volkspoesie eifernd, daß sie auch das poetische Be-dürfniß des Volkes zu beachten hätten, ein Bedürfniß, dessen fortwährendesVorhandensein insbesondere eine königliche Verordnung (onpitulare) vomJahre 789 bezeugt, welche den Nonnen verbot, Wein - und Liebeslieder
zu schreiben und einander mitzutheilen.
Das Volk bewahrte, wenn auch der altnational-heidnische Helden-gesang vor der christlichen Kultur allmälig verstummte, dennoch insgeheimeine liebevolle Erinnerung an daS in den alten Liedern lebende Götter-und Heldenthum. An die Stelle desselben mußte etwas anderes gesetzt
... ^ ^-^-mckristlichen und monarchischen
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