Die Neu-Romantik und der Liberalismus.
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Gentry zu organisiren wäre. Diese Idee war dem Liberalismus förm-lich zur fixen geworden. Der Absolutismus ließ ihn damit spielen undnebenbei als Polizeidiener gegen den auftauchenden Demokratismus fun-gircn, bis seine Rüstungen vollendet waren. Dann schloß man dasparlamentarische Puppentheater, warf die Marionetten der Reichstags-professoren und Märzminister beiseite und schlug ein vollständig gerecht-fertigtes Hohugelächtcr auf, als die einander gegenseitig als die „bestenund edelsten Männer Deutschlands " lobhudelnden Vcrtrauensduselerdiese Behandlung „unmenschlich" fanden. Im Ucbrigen ist nicht zuleugnen, daß der Liberalismus wirklich die unzweifelhafte Mehrheit d e rBewohner Deutschlands vertrat, welche überhaupt für die Theilnahmeam öffentlichen Leben empfänglich und einiger politischen Bildung theil-haftig waren. So konnte denn eine bleibende „Märzerrungenschaft" nurdie Erfahrung sein, daß die vielbelobte politische Mündigkeit der Mastender politischen Einsicht und Ehrenhaftigkeit ihrer liberalen Führer voll-kommen entsprach. Allerdings hatte in der kurzen Frist eines Jahresmittels der Hebel der freien Presse und des Vereinswesens die öffentlicheMeinung eine gute Schule gemacht; aber als die Nation die wahre Naturihrer „edelsten und besten Männer" zu erkennen begann, war es schon zuspät. Eine demokratische Partei hatte sich zwar gebildet; allein dasimmerhin sehr Zweifelhafte, daß sie den deutschen Geschicken eine bessereWendung hätte geben können, als unzweifelhaft vorausgesetzt, — ihreOrganisation war noch lange nicht bis zur Möglichkeit verständigen undeinmüthigen Handelns gediehen, als im Herbste von 1848 und im Hoch-sommer von 1849 allenthalben die zerschmetternden Schläge sie trafenund die Standrcchtsmordschüsse von Wien, Mannheim , Rastadt undFrei-burg den Triumph des Absolutismus verkündigten. Angedonnert, ließsich das deutsche Volk in seiner kläglichen politischen Unreife, in seinesbeschränkten Unterthanenverstandes durchbohrendem Gefühle eine der viel-gepriesenen „Errungenschaften" von 1848 nach der andern lässig-feigwieder entreißen. Am 2. September 1850 bezog der wiedererstandeneBundestag, welchem so viele pathetische Leichenreden waren gehalten wor-den , abermals das Haus in der eschenheimer Gaffe zu Frankfurt , aufbesten First anderthalb Jahre lang die schwarzrothgoldene Fahne geflatterthatte, und — „ der Rest ist Schweigen!"
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