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tz. 5.
Den brabantischen Tuchsabrikanten, die sichnach Holland geflüchtet hatten, folgten viele ausFlandern nach, und wurden von den Holländernüberall gern und mit Freuden aufgenommen, mit be-sondern Rechten begünstiget und mit geringen Abga-ben belegt, weil die Holländer diese Manufakturenfest begründen und behalten wollten. Die vornehm-sten und reichsten jener Auswanderer begaben sichmeistentheils nach Leyden.
tz- 6.
Zu jener Zeit — und bis vor 6V Jahren —war noch nicht an die mehr schädlichen als nützlichenKrempel-, Spinn- und Rauh-Maschinen zudenken, und in allen den oben erwähnten Landernwar die sogenannte Streichgarn - Spinnerei(tz. 118.) gebräuchlich, welche weit später auch in ei-nigen Stadien Deutschlands eingeführt wurde. Aberdessen ungeachtet waren die Tuche nicht nur von weitgrößerer Haltbarkeit, sondern auch von einer beson-dern Eleganz, und es war nichts Seltenes, daß dieEnkel noch in die Hinterbliebenen Tuchröcke eingeklei-det wurden, welche Vater und Großvater schon langebenutzt hatten. Die Ursache des zu jener Zeit ent-schiedenen großen Vorzugs der Wollenmanusacturenin England im Vergleich mit den in andern Ländernund besonders derer in Deutschland ist theils in Eng-lands natürlicher Beschaffenheit, weil es so schöneWolle und vortreffliche Walkerde besitzt, theils in denguten Anstalten der Engländer zu finden, indem nichtnur die Ausfuhr beider Producte verboten, sondern,was ohne Widerspruch nachgerühmt werden kann,