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sondern blieben lange noch bei ihrem alten Schlen-drian. Es wurden freilich viel weniger Kenntnisseund nur kleine Geldsummen erfordert, um die Tuch-fabrikation zu betreiben, welches sich jetzt allerdingsganz anders verhält. Es ist uns recht gut bekannt,daß die frühern Fabrikanten bis in die Mitte desachtzehnten Jahrhunderts den Stein Wolle mit 3—5Gülden (L ^ Thlr.) einkauften, die Wolle ungewa-schen verarbeiteten, weniger Unkosten bei dem Walkendes Fabrikats hatten, weil sie wenig Seife und we-niger Zeit dabei bedurften, und endlich auch ein ge-ringes Appreturlohn zahlten, denn für 48 Ellen derbesten Art Luch zahlten sie nicht mehr als 1 bisGülden, und doch fanden die Tuchfabrikanten,Walker, Luchappreteurs und Färber dabei ein besse-res Conto, als jetzt. Die Wolle wurde damals zu-erst auf flachen und groben Reißkämmen, dann auftzv— 7«>er Kardätschkämmen gekrempelt, dann auf demkleinen Rade zn einem sehr haltbaren Faden gespon-nen, und bei der Weberei wurde höchstens ein 6l»gän-giges Geschirr angewendet.
§- 8 .
Indessen trat eine Periode ein, wo nicht nur derBürger, sondern auch der Landmann wohlhabenderwurde, einen Hähern Krad der Cultur erreichte, waseinen großem Hang zum Luxus erzeugte. Von nunan machten die Engländer, Holländer u. A. einennoch stärker» Waarenabsatz, und die deutschen Ma-nufacturisten kamen dadurch immer mehr zurück.