124 Veränderungen der Erdoberfläche.
wohl aber auch in der großen Menge faulender thierischer >und vegetabilischer Stoffe gesucht werden müssen, welchedurch die Verwüstungen der Erdbeben gehäuft werden.Humboldt führt übrigens einen Fall der Art an, beiwelchem in den Savannen von Tucuman sonst unschäd-liche Pflanzen durch die Aushauchungen des Bodens gif-tige Eigenschaften erhielten. — Doch wir kehren wie- >der zu den Einwirkungen der Erdbeben auf die Atmo-sphäre zurück. Nächst den Veränderungen, welche alsozuweilen im Stande des Barometers hervorgerufen wer-den , wollen andere Beobachter auch Veränderungender Luftwärme bei und nach Erdbeben bemerkt haben,welche das Thermometer assicire. Viele beschrieben denZeitpunkt, in welchem Erdstöße herannahen, als voneinem Gefühle begleitet, wie wir es vor und währendder Gewitter bemerken. Heiß und schwül war die Lustzu Caraccas, als die Erdstöße folgten, und ebenso zuCumana 17S9, wo das Thermometer die im Novemberdort ungewöhnliche Höhe von 26", 28" bis 32° erreichte. >Diese Hitze ward dadurch noch bei weitem unerträglicher,daß der während der Nächte in jenen Küstenländern we-hende erfrischende Seewind ausblieb, und Humboldterwähnt ausdrücklich, daß man, wiewohl nicht immer mitRecht, das schnelle Eintreten solcher Windstille bei großerHitze als beunruhigende Vorboten eines Erdbebens be-trachte. Auch von Jamaica berichtet man, daß, so langelebhafter Wind weht, keine Besorgniß zu Erdbeben vor-handen sei, und daß alle beträchtlicheren Erschütterungenbei Windstille kommen. Ist dagegen die Erscheinung vor-über, so tritt eben wie nach Gewittern Erfrischung undKühle ein. Die Nacht, welche dem Erdbeben von Carac- -cas folgte, war eine der schönsten, welche man in jenenKlimatcn genießen mag, und auch zwei Stunden nachden Zerstörungen von Lissabon erhob sich, während esvorher still gewesen war, ein frischer Wind in Osten undhalf dem Feuer, das bald darauf die Trümmer der Stadtverheerte. Nirgends, als bei den Beobachtungen, welchedie turiner Akademiker in der Grafschaft Pignerol an-