Veränderungen der Erdoberfläche. 14S
Veränderungen der Oberflächen - Gestalt Erdbeben in großeEntfernung hin ausüben können, und wie, wenn sie sichim Laufe der Jahrtausende mehrfach wiederholen, dadurchWirkungen erzeugt werden können^ welche man bisherden vulkanischen Kräften zuzuschreiben nicht gewohnt war.
Bei weitem bedeutender indessen sind die Erhebungenund dadurch bewirkte Veränderungen der Bodengestalt,welche A. v. Humboldt aus den Äquatorialgegendenzusammenstellt.
Von Lancerote, einer der kanarischen Inseln, berichteter, daß in der Mitte des vorigen Jahrhunderts nach ei-nem Ausbruche des Vulkans von Temantaya sich an derKüste zwei pyramidale Felsen von basaltischer Masse er-hoben und sich allmälig mit dem Hauptlande der Inselndurch Erhebung des dazwischen liegenden Landstriches soverbanden, wie sie gegenwärtig noch dort gefunden werden.
An der Küste von Cumana hat man mehrfach Ver-änderungen der Oberflächengestalt durch Erhebung beiErdbeben vorgehen sehen. 1797 erhob sich dort bei demErdbeben, das dem Vulkan auf Guadeloupe folgte, dieUntiefe an der Mündung des Rio Bordones, und 1766bei der ersten Zerstörung von Cumana vergrößerte sichdie vorspringende Punta Delgada auf der Südküste desGolfs von Cariaco, und in der benachbarten Rio Guam-piche bei dem Dorfe Maturin erhob sich eine Klippe,welche früher dort nicht bekannt war.
Unstreitig aber das schönste und erfolgreichste Beispielvon Hebungen einzelner Theile des Festlandes ist uns erstganz neuerlich von der Küste von Chile bekannt gewor-den. Dort war in den Jahren 1822 und 23 eine Reihebeträchtlicher Erdbeben, welche mit den heftigsten Stößenam 19. und 20. November 1822 begannen und bis zumSeptember 1823 fortdauerten, oft so häufig, daß Lagelang jede 5 Minuten ein neuer Stoß kam; sie beunru-higten, wie es schien, regelmäßig in der Richtung vonN. nach S. fortsetzend, den ganzen Küstenstrich von Limabis nach Conception, 20 volle Breitengrade (ZOO deut-