158 Veränderungen der Erdoberfläche.
größerte und erst nach 8 Jahren (1804) besucht werdenkonnte, wo man sie noch heiß fand; sie hatte damalsfast 6 Stunden im Umfange und ihre Hitze soll einigetausend Fuß betragen ; noch im Jahre 1806 vergrößerte siesich fortwährend und auch ihre Spitze nahm an Höhe zu.
Erst in neuerer Zeit entstand fast unter unsern Augeneine neue vulkanische Insel im Mittelmeere, zwischen derSüdwestküste von Sicilien und dem vorspringenden Theilvon Afrika, auf welchem das alte Karthago stand. DieLage der Insel war kein Theil von der „Nerita" ge-nannten großen Bank, wie zuerst versichert wurde, son-dern eine Stelle, an welcher Capitain W. H. Smith,bei seiner Aufnahme einige Jahre vorher, eine Wasser-tiefe von mehr als 100 Klaftern fand.
Die Insel lag unter 37° 8- 30" nördl. Breite und12° 42' 1§" östl- Länge, ungefähr 30 engl. Meilen vonSciacca auf Sicilien und ungefähr 33 Meilen von Pan-tellaria. Am 28. Juni 1831, ungefähr 14 Tage vorher,ehe die Eruption sichtbar wurde, fühlte der englische Ad-miral Sir Pulteney Malcolm, indem er mit seinemSchiffe über die Stelle ging, die Stöße eines Erdbebens,als wenn er auf eine Sandbank gelaufen wäre, unddieselben Stöße wurden auch an der Westküste Siciliens,in einer Richtung von Südwesten nach Nordosten, wahr-genommen. Der sicilianische Schiffscapitain Corraoberichtete, daß ungefähr am 10. Juli, als er in der Nähevon diesem Punkte durchgegangen, er eine Wassersäulegleich einer Wasserhose, von 60 Fuß und von 1200 EllenUmfang aus dem Meere emporsteigen und gleich daraufeinen dichten Dampf sah, der 1800 Fuß in die Höhestieg. Derselbe Corrao fand bei seiner Rückkehr vonGirgenti am 18. Juli eine kleine, 12 Fuß hohe Insel,mit einem Krater in der Mitte, der vulkanische Materieund ungeheuere Säulen von Wasserdämpfen auswarf;das Meer in der Nähe der Insel war mit Schlacken undtodten Fischen bedeckt. Die Schlacken hatten eine brauneund das Wasser, welches in dem kreisförmigen Beckensiedete, eine rothe Farbe. Die Ausbrüche dauerten mit