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Anleitung zum Selbststudium der Geologie : nach dem Book of Science / von Karl Hartmann
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171
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Veränderungen der Erdoberfläche. I7l

Quart) hervor. In dem Garten der Gartenbaugesell-schaft zu Chiswick erreichte man die Kreide in einer Tiefevon 8r9 Fuß, und von dort ab stieg das Wasser biszur Oberfläche empor. In dem Besitzthum des Herzogsvon Northumberland, oberhalb Chiswick, wurde bis zuder außerordentlichen Tiefe von 620 Fuß in die Kreidegebohrt, wo man eine bedeutende Wassermasse fand, die4 Fuß über die Oberfläche emporstieg. Aus einem Bohr-brunnen zu Hammersmith kam aus einer Liefe von 860Fuß so viel Wasser hervor, daß die benachbarten Ge-bäude überschwemmt und ein bedeutender Schaden ange-richtet wurde, und zu Troting kam so viel Wasser auseinem Bohrbrunnen, daß ein Rad bewegt und durch die-ses das Wasser in die obern Etagen der Häuser gedrücktwurde. Unter dreien, zu Tours in der Kreide mehrerehundert Fuß tief gebohrten Brunnen war einer, aus wel-chem das Wasser (in 24 Stunden 8000 Kubikfuß) 82Fuß über dem Boden emporstieg.

Auf diese Weise hat man Tiefen von 800 und selbstvon 1200 bis lSOO Fuß erreicht und ohne Erfolg Ebenso bohrte man 1880 zu Calcutta erfolglos ISO Fuß tiefdurch den Alluvialsand und Thon Bengalens. HerrBriggs, der britische Consul in Ägypten, erhielt Was-ser zwischen Cairo und Ägypten in einem kalkigen Sandein einer Tiefe von 80 Fuß, allein es stieg in dem Brun-nen nicht in die Höhe. Herr Rozet nimmt an, daßdie geologische Structur der Sahara dazu geeignet sei,um mittelst Bohrbrunnen Wasser zu erhalten, da unterdem Sande ein thoniger Mergel liege.

Das Steigen und Überfließen des Wassers in diesenBrunnen beruht im Allgemeinen anscheinend mit gutenGründen auf denselben Principien, wie das Spiel eineskünstlichen Springbrunnens. Poröse Schichten oder Mas-sen ruhen auf einer undurchdringlichen Gebirgsart undwerden von einer andern undurchdringlichen Gebirgsartbedeckt. Die ganze Masse kann unter diesen Lagcrungs-verhältnissen leicht mit Wasser gesättigt werden , welchesvon den höheren und ausgesetzteren Thälern einer Ge-