Veränderungen der Erdoberfläche. 221
Man hat ferner keinen auf Wahrnehmung beruhen-den Grund, anzunehmen, daß zwischen der sogenanntenneuen oder jetzigen organischen Schöpfung und der, vonwelcher man die versteinerten und fossilen Überreste fin-det, ein Stillstand, ein Zeitraum ohne organisches Lebenauf der Erde bestanden hätte. Vielmehr reihet die sich jetztbestehende organische Schöpfung sehr gut, und durch fastunmerkliche Übergänge der Bildungen an die begrabenean, und scheint nur eine ununterbrochene Fortsetzung der-selben zu sein. Die organischen Wesen und Formen derjetzigen Zeit gehen durch fast unmerkliche Schattirungenin die der Vorzeit über.
Allerdings wohl finden sich Abweichungen oder Abän-derungen , auch zum Theil große Abänderungen und Ver-schiedenheiten mancher Körper der jetzigen Schöpfung vondenen der begrabenen, und einige — wenn wir uns soausdrücken dürfen — nach der letzteren entstandene Lücken,die von der jetzigen nicht ausgefüllt worden zu sein schei-nen; endlich auch Verschiedenheiten in Beziehung auf dieVertheilung des organischen Lebens nach der Örtlichkeit.Diese theils geringeren, theils größeren Unähnlichkeitender jetzigen organischen Schöpfung mit der begrabenensind es ganz vorzüglich, die auf den Gedanken von all-gemeiner Katastrophirung der Erdoberfläche geleitet ha-ben. Wir haben ihrer zwar schon im Wesentlichen ge-dacht, aber es lohnt der Mühe, sie nochmals genauerund einzeln zu betrachten.
Verschiedenheiten oder abweichende Kennzeichen vondenen jetzt lebender Pflanzen- und Lhierarten finden sichbei vielen ihnen im Großen und Wesentlichen ähnlichenfossilen Überbleibseln. In denjenigen äußersten Theilenund Gebilden der Erdrinde, die sich als die jüngsten undzum Theil sich noch jetzt sichtbarlich fortbildenden zu er-kennen geben, finden sich — wie schon erwähnt— Über-bleibsel von völlig denselben Geschlechtern und Arten or-ganischer Wesen, die noch jetzt, und zwar in derselbenGegend, wo die begrabenen gefunden werden, auf derOberfläche wachsen und leben. In anderen Gebilden hin-