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Anleitung zum Selbststudium der Geologie : nach dem Book of Science / von Karl Hartmann
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298
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2S8 Von den secondären ob. Flitzformationen.

Grenze mit dem Muschelkalks ist schwer zu bestimmen.Das Vorkommen des Gypses in diesen Schichten ist un-gemein häufig; die Gypsmaffen selbst sind oft mächtig,halten aber nicht weit aus. Nach unten zu geht dieseobere Schichtenfolge so vollkommen in eine untere über,daß eine Trennung kaum zulässig ist; E. de Beau-mont hat die obere vorzugsweise bunten Sandsteinund die untere Vogesensandstein (gres Vollen)genannt.

Die Hauptmasse dieses Sandsteins ist in starken Bän-ken geschichtet, besteht hauptsächlich aus Quarzkörnern,die mit einer dünnen Haut von Eisenoxyd überzogen sind;er enthält auch wohl zuweilen Bruchstückchen von Feld-spath. Sehr häufig liegen einzelne größere abgerundeteQuarzgeschiebe darin, die, wenn sie näher zusammentre-ten, conglomeratartigc Streifen und bisweilen mächtigeLager bilden. Die vorherrschend rothe Farbe wechselt inStreifen, Flecken und ganzen Massen mit hellgelblichgrauen und weißen Färbungen ab; andere Färbungen sindselten. Flache Thonnieren, sogenannte Thongallen,sind für diesen Sandstein bezeichnend. Bisweilen hat derSandstein gar keinen Zusammenhang, bald ist er sehrfest und gibt das Material zu vortrefflichen Bausteinen.Höchst ausgezeichnet findet sich in diesem Sandsteine (sowie auch im Kohlensandstein, in der Oolithengruppe, inder Molasse und in den neuesten Sandbildungen) eineStreifung, welche den Schichten nicht parallel läuft, häu-fig an einander absetzt und durch verschiedene Färbungund Größe des Kerns bezeichnet wird. Der auf einzel-nen Punkten zusammengezogene Eisengehalt erscheint ingroßen Schalen und Nieren und in Schichten von Braun-eisenstein und Sphärosiderit. Auch finden sich kugeligeZusammenziehungen mit vielem Kalkspath, eingesprengtemBleiglanz (Knotenerz) und mit Malachit, Kupfer-grün und Bleierde. Rother Thon wechselt häufig mitSandsteinlagen in Schichten ab und wird nach der Liefehin immer mächtiger; in einigen Gegenden ist er über- Iwiegend vorhanden. In ihm finden sich Lager von Ro-