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Anleitung zum Selbststudium der Geologie : nach dem Book of Science / von Karl Hartmann
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347
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Gebirgsarten. 341

Lalkmaffen und Serpentintrümmer. Besonders an klei-nen Dolomitmaffen läßt sich der Übergang von regelmä-ßigen Kalkschichten in Dolomit oft am besten beobachten.

Der Gyps kommt ebenso, wie der Dolomit, in sehrverschiedenartigen Gebirgsgruppen vor- In den älterenSchichten bis zum rothen Sandstein ist sein Vorkommensehr selten (Urgyps), allein in dieser Gruppe ist ersehr mächtig und kommt von hier aus bis zu dentertiären Formationen vor. Der Gyps des Aechsteins(Sch lottrngyps, älterer Flötzgyps) ist meistvon Dolomit (Rauchwacke) begleitet und er ist mitihm meist so innig verbunden, daß man beide nicht guttrennen kann; er ist höchst unregelmäßig gelagert, ihmfehlt alle Schichtung und er bildet große unförmlicheMassen. Er findet sich in großen Massen am Süd- undOstrande des Harzes, bei Löwenberg in Schlesien und amOstrande des westphätischen Schiefergebirges. Der GypSzwischen dem bunten Sandstein und dem Muschelkalk(jüngerer Flötzgyps), in dem viel Fasergypsvorkommt, besteht in unteren Liefen aus Anhydrit, undman darf wohl die Vermuthung wagen, daß ein Theildes Gypses durch Berührung mit der Atmosphäre ausdem Anhydrit entstanden sei. Er findet sich an der Mo-sel, an der Weser, am Nordrande des Harzes, in Thü-ringen, im Magdeburgischen, bei Berlin rc. Im Mu-schelkalk findet er sich mit grauem Thon, Stinkstein undvon Dolomit bedeckt in Schwaben und bei Gotha undWeimar; im Keuper in Schwaben und Lothringen.Versteinerungen sind in allen Gypsen selten, jedoch ent-halten die der tertiären Schichten, z. B. am Mont-martre bei Paris, Anhäufungen von Landthicrknochen.Häufig hat der Gyps Störungen in den ihn umgebendenGebirgsmassen hervorgebracht, wie z. B. zwischen Blan-kenburg und Halberstadt, wo ein späteres Eindringenzwischen die Schichten des Muschelkalks gar nicht zu ver-kennen ist.

Das Vorkommen des Steinsalzes ist meist mitdem des Gypses und besonders des Anhydrits verbunden.