E i n,l e i t u ii g.
Literärgeschichte der Monogrammenkunde.
Abcrin man in der Kunstgeschichte auf die ältesten Zeitenzurück-geht, so findet man, das; schon Baumeister und Stein-metzen- oder Bildhauer ihren Namen bloö durch Zeichen aufihren Werken andeuteten. Seltener haben dieses aber dieMedailleurs, Stein- und Sicgclschncidcr, Kunstgießer, Gold-schmiede, Maler und Zeichner in der alteren Zeit der Kunstgethan. Erst gegen das Ende des 1.5. Jahrhunderts wurdees allgemein gebräuchlich, daß Zeichner, Maler, Formschnei-dcr und Kupferstecher yur durch Monogramme ihre Werkebezeichneten. Dieser Gebrauch nahm im I6tcn Jahrhundertnoch mehr zu, aber mit dem Anfange des 17. Jahrhundertsnahm er wieder sehr ab, so, daß er im litten Jahrhundertfast gänzlich verschwunden war. Mit dem 19. Jahrhundert,in welchem man wieder auf das-Alterthüinliche. zurückkam,und sich in dessen Nachahmung gefiel, setzten auch wiederdie Maler, Kupferstecher, Förmsehneidcr re. etwas darein,durch blose Anwendung von Anfangsbuchstaben oder Zeichensich eine Stelle in einem Monogrammcn-Lcrikon zu stiften.Selten wird man Gemälde, Holzschnitte'oder Kupfersticheauö dem 15. oder 16. Jahrhundert antresscn, auf welchensich der vollständige Tauf- und Familienname der Künstlerbefinden. Bezeichneten aber dieselben auch wirklich ihre Werkemit ihren Namen, so setzten sie öfters dennoch auch ihr Mo-'nogramm hinzu, wie es auf dem schönen Blatte von Dü-rer, Adam und Eva vorstellend, der Fall ist. Je alter dieMonogramme sind, desto einfacher sind sie. Auch ist derBuchstabe, welcher den Taufnamen bezeichnet, gewöhnlichgrößer, als jener, welcher den Familiennamen ausdrückt;beispielsweise so.ll nur Abraham Blocmaert (S. 4),
B