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J.C. Schweizer's Fremdwörterbuch : zur Erklärung fremder Wörter und Redensarten, besonders in Bezug auf Alterthumskunde, Geschichte, Medizin, Rechtswissenschaft und Technologie
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550 tubulirt.

rauh. — Tuberssitat, Knotigkeit, Rauh,heit; Beule, Geschwulst.

tubulirt, siebe Retorte.

Tubus (lat.), ei» Sehrohr, Ferurohr,astronomisches Fernglas- — Hl>i copiNsre.?,die Haarröhrchen. — Tubipore, Roh-renkocalle. — Tubivorite», versteinerteRobrenkorallen. — Tubulus, Nöhrchen,z. B. zum Gedärmausblase».

Tüilevie» (franz.), das berühmte Re-sidenzschloß der französische» Könige, amrechten Ufer der Seine zu Paris, angelegtvon Katharina von Medicis, vergrößertund erweitert von Ludwig XIV. — Unterdem Cabinet der Tuilerien verstehtman die französ. Regierung und ihre Han-delnsweise gegen die auswärtigen Machte.

Tuisto. Thuisko» oder Tuisko»,Taut, Teut, Tot. Theot, bei denalten germanischen Völkern, die Gottheit(nach andern der Stammvater dieser Völker).

Tulipoinanie, Tulpenwuth, närrischeTulpenliebhaberei.

Tumba, Tumbe(lat.>, Grab, Sarg(in röm. Kirchen); Grube.

Tumor (lat.). Geschwulst. — Tume-factio», Tumesceuz, Anschwellung, Ge-schwulstbildung.

Tuulult slat.), Aufstand, Aufruhr,Anflauf; Getümmel. Lärm. Man spricht» auch bildlich von einem Tumulte der As.fecten, Leidenschaften. — Tumultuunt,Lärmmacher. Unruhestifter, Aufrührer. —tumultuarisch, stürmisch, lärmend. —tumultuireu, sich empöre», Aufruhrerregen; Lärm machen, toben.

Tuilicrr (lat.), bei den alte» Römer»ein weißwollenes Untergewand, das unterder Toga aus dem bloße» Leibe getragenwurde, ei» Leibrock. — ,»nica propio,- «st».-Mio, entspricht unserm: das Hemd liegtnäher als der Rock (die Sorge für dasNähere geht vor). — AuS ,»»ica ist dasfranz. tuniquo, Tünique entstanden, wel-ches zwar nicht einen Unter-, sondern einenOberrock der Frauenzimmer bedeutet, abereine» kurzen, bis gegen die Knie reichenden.

Tunkins-Nester, eßbare Schwalben-nester. (Siehe Gnlangeme ).

Tunnel, 1- der von dem franz. Inge-nieuc Brunel >825 begonnene nnterir-bische, nun der Bollendnng nahe, 88 Fuß

Turnesolö.

breite und 22 Fuß hohe Gang unter derThemse i» London, mit zwei »eben einan-der befindlichen Gallerten, in welchen Wa-gen ein- und ausführen können, währenddie Fußgänger auf Tcottoirs gehen; 2.überhaupt, ein unterirdischer Weg, >i»tecBerge», Flüssen, Städten.

Turban (türk. ), ein türkischer Kopf-bund, aus einem Stück Leinwand oderTaffcnt gemacht, welches vielmal um eineMühe gewickelt ist. — turbaiiisirt, miteinem Turban bedeckt.

Turbatio» (lat.), die Störung. —turbire» , stören, beunruhigen. — tur<bulent, unruhig, ungestüm, stürmisch.—Turbulenz, ungestüm-s Betragen.

Turbes (türk.), Gräber, besondersder türkischen Kaiser in den Moscheen.

Turbine (franz.), Kreißelrad, Wasser-werk mit senkrechtem Wellbaum, und einemRade in horizontaler Lage, auf dessenLrchaufeln das Wasser vom Mittelpunktaus wirkt.

Turczescenz (lat.), Ueberfülle; das An-schwellen, Aus,»allen, z. E. des Geblüts.

— turgesciren, hoch anlaufen , auschwel-len, strotzen. — Turgor. das Strotzen.

Turibuluni (lat.), Weihrauchfaß inkatholischen Kirchen.

Türkiß (franz. ll'u,-g„oi.,o), ei» vermein-ter Edelsten,, eigentlich aber ein unter derErde, von vitriolischem Knpferwasser blau-grün gefärbter Fischzahn, der sehr hart ist.

Turkophil, Türkenfreund.

Turlupi» (franz. spr-: Türlüpäng),ei» abgeschmackter Possenreißer, Schwätzer,Witzlmg. So hieß ein ehemaliger PariserSchauspieler, der die Zuschauer mit witzi-ge» Einfälle» unterhielt. — Turlupi-nade, alberne Posse, abgeschmackter Scherz.

— turlupiniren, alberne Possen treiben,witzeln; zum Beste» haben, foppen.

Turinalni. Schörl, Aschenzieher, einStein, welcher durch Erwärmung dahingebracht wird, daß er auf der einen Seit«Asch« an sich zieht, auf der ander» abstößt.

Turnesols, Tournesols, leineneoder wollene, in den blauen Lackmusstoffgetauchte Läppchen, woraus die Zarbetheilewieder herausgezogen und zur Fäibnng desZnckerpapiers und anderer Dinge gebrauchtwerden.