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Grundriss der Pharmakognosie des Pflanzenreiches / zum Gebrauche bei akademischen Vorlesungen, so wie für Aerzte, Apotheker und Droguisten entworfen von Theodor Wilhelm Christian Martius
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Früchte.

Nr. 417. SILIÖUA BABLACH.

Bahlacli. Babulach. Bablachschoten. Bablah. ßabula. IndischerGallus.

Acacia B a mb o l ah, Färberschotendorn, Monadelpliia, Polyandria.CI. XVI. Ord. 11. Familie der Leguminosen.

Unter diesem Namen finden sich mehrere Schoten. Breit gedrückte, geglie-derte Hülsen aus drei bis vier einzelnen Abtheilungen bestehend. Die Einschnü-rungen sind anderthalb Linien breit und durch sie erhalten die Kapseln eine un-rcgelmiifsige, ovale Form, Sie sind aussen mausgrau, wie mit einem feinenPulver bestäubt. Die Schoten springen leicht auf. Zwischen der äussern undinnern Wand findet sich eine schwarzbräunliche, harzglänzende Substanz. DieSaamen gleichen denen des Johannisbrodes, sind jedoch etwas dicker, von Farbedunkler und an den beiden flachen Seiten mit einer gelben Einfassung versehen.Häufig findet man bei den so eben beschriebenen Schoten andere, die jedoch ein-saamig, auf beiden Seiten mit einer schwachen Spitze versehen sind. Ihre Farbeist gelbbraun , sie sind mehr oder weniger runzelig, schwach glänzend. Zwi-schen der äussern und innern Wand findet sich eine gelbharzglänzende Masse,jedoch nicht in beträchtlicher Menge. Die Saamen von der Gestalt wie die frü-her beschriebenen, sind etwas grünlicher. Beide schmecken zusammenziehendsäuerlich. Für die Mutterpflanze des Bablachs hat man früher Acacia arabicaWilld. gehalten. Von der Acacia cineraria Willd. leitet ihn Virey ab. Eineandere Schotenfrucht, B ali - B ab o I ach, Graines de Cassier wird wieBab-lach gebraucht. Der in den frischen Früchten enthaltene, stark leimende Schleimkann zum Kütten von porzellanenen Gefäfsen benützt werden. Die Stammpflanzeist Acacia Sophora R. Brown: Virey, oder Acacia Farnesiana Willd.: Gui-bourt. Als Neb-Neb kommen von St. Louis die Schoten der Acacia vera inden Handel, die dem indischen Bablach in Nichts nachstehen. Der Bablach dientzum Schwarzfarben: eben so kann durch ihn die natürliche Farbe des Nankinshervorgebraeht werden, und selbst zur Tintenbereitung hat man ihn vorge-schlagen. Siliquae Algarovillae die Schoten einer Acacia (?) werden wieder Bablach benützt.

Nr. 41S. SILIQUA DULCIS.

Ceratia. Xylocaracta. Caroba. Kliirnoob nubti (Arab.). Johan-nisbrot!. Bockshorn. Soodbrod. Karuben. Karoben.

Ceratonia Siliqua Linn. Johannisbrodbaum. Pentandria, Mono-gynia, CI. V. Ord. 1. Familie der Leguminosen.

Ein schon seit den ältesten Zeiten bekannter Baum Aegyptens undSyriens,der auch in den südlicheren Ländern Europas fortkommt. Die bis zehn Zoll lan-gen, zollbreiten, einige Linien dicken Hülsen. Sie sind flach, an den Rändernetwas dicker, öfters einwärts gekrümmt. Die äussere Haut ist lederartig, beider frischen Frucht grün, bei der getrockneten kastanienbraun, glänzend. Dassiifse Fleisch ist durch viele Oueerwände in Fächer getheilt, in welchen die rund-lichen, flachen, braunen, glänzenden, sehr harten Saamen befindlich sind. DasJohannisbrod darf nicht durch Insectenlarven zerfressen seyn, eben so müssendie Schoten voll seyn. ln der Levante bereitet man daraus durch Auspressen