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Thier-Geographie.
und der arktischen Inseln bewohnt, und etwa 5 deütscheMeilen landeinwärts geht.
Lepus glacialis, der Eishase, bis zur Melville-Insel.
Die hauptsächlichsten und charakteristischen Thierc diesesLandstrichs sind aber das Rennthier, oder Caribou, und Ovibosmoschatus Blainv., der Bisamochs, Musk-Ox der Engländer, Boeufmusqud der Eranzosen. Ueberhaupt werden die Barren Groundswenig, oder fast gar nicht der Pelzthierjagd wegen besucht, wes-halb die Pelzjäger daselbst auch keine Niederlassungen gegrün-det haben.
In der dritten oder Prairien-Region schwärmen umher:
Ursus ferox Lew. et Clarke, der Grisly oder graüliche Bärder Engländer, das mächtigste Thier seines Geschlechts,vorzüglich auf den Abhängen der Bocky Mountains, des-sen Verbreitungsbezirk sich aber auch über die östlichenSavannen erstreckt. Die Jagd auf diesen Bären ist mitgrossen Gefahren verknüpft.
Cants latrans, der Prairie-Wolf, kleiner als Lupus occident.Haust in grosser Menge in den Ebenen des Saskatsehewanund Missouri.
Canis einereo-argentalus, der Gries- oder Kit-Fuchs, der kleinsteder nordamerikanischen Füchse, dessen Pelz nur einen ge-ringen Werth hat.
Arctomys ( Spermophilus ?) Ludovicianus , Ord. Wistonwisch,Prairie Dog, P. Marmot, der Hund oder das Murmelthierder Prairien.
A. Richardsonii Sab., Tawny Marmot, das lohfarbene Mur-melthier, (scheint der Repräsentant des sibirischen A. [Sp.]concolor zu sein).
A. Franklinii Sab., Franklin’s Murmelthier, eine sehr selteneErscheinung.
A. Hoodii Sab., Leopard Ground-Squirrel, Leoparden-Murmel-thier; das schönste Thier seines Geschlechts, in grosserAnzahl die offenen Gegenden der Ebenen am Saskatsche-wan in der Nähe von Carlton-House bewohnend. Dasnördlichste Vorkommen dieses, so wie der drei anderenMurmclthiere ist der 55° N. Breite.
Geomys (?) talpoides Richards., Sand Rat, die Sand-Ratte, inder Gestalt einem Maulwurf ähnlich.
Biplostoma (?) balbivorum Richards., die Camäs-Ratte, führtdiesen Namen, weil die knollige Wurzel der Quamash-oder Camaspflanze ( Scilla esculenta ) ihre Lieblings-Nah-rung bildet.
Lepus virginianus Harlan; der Prairie-Hase der Pelzhändler.
Ausser dem Elenn, dessen schon bei der Wald-Region Erwäh-nung geschehen ist, kommen in den Prairien von Wiederkaüemvor:
Cervus strongyloceros Schreb., C. canadensis Gm.; der Wa-piti; geht nicht über 56° oder 57° N. Breite und nichtöstlich einer Linie hinaus, welche vom 0. Ende des Wi-nipeg-Sees bis zum Saskatsehewan in 105°, und bis zumElk-Flusse in 113° W. Länge von Paris gezogen wird.
C. macrotis Say; schwarzschwänziger oder Maulthier-Hirsch.
C. leucurus Douglas; langschwänziges Reh.
Antilope furcifer Smith; Cerv. hamatus, Blainv.; Antilocapraameric. Ord., der Squenoton, die heügabelgehörnte Anti-lope.
Bos americanus Gm., Bison amer. Smith; der amerikanischeBison oder Büffel.
Von allen diesen Thieren kommen der Biber und die Bi-samratte im amerikanischen Pelzhandel ganz vorzüglich in Be-tracht. Diese beiden Gattungen bilden in der That den Haupt-stock dieses Handels; denn man rechnet, dass jährlich gegen 80Ws 90,000 Biber-Bälge und über '/> Million Musquash-Bälgeallein nach Europa gelangen.
Auch auf der südlichen Erdhälfte giebt es ein Jagdrevier vonPclzthieren, das wir aber, wegen seiner geringen Ausdehnungand kleinen Bevölkerung nicht in unsere Karte aufgenommenhaben. Es liegt im gemässigten Südamerika in Chile, Tucumannnd Buenos Ayres, überhaupt in dem ganzen Stromgebiete desLa Plata, aber auch auf der Westseite der Cordilleren in demArchipelagus von Chonos, und ist vom Myopotamus bonariensis,Commerson, Hydromys coypus, Geoffr., dem Sumpfbiber, bewohnt,her in Chile Coypu, in den Pampas Quuiya heisst. Der schöne
a S ist im Pelzhandel unter dem spanischen Namen des Fisch-otters, Nutria, bekannt.
Schauplatz des nordischen ffallflsch- und Robbenfangs.
Die Reisen der Holländer und Engländer nach den nordischen
ewässern, um, wo- möglich, auf der östlichen oder der westli-phystk. atjlas abth. vi.
chen Seite eine Durchfahrt nach Indien zu suchen; öffneten,wenn gleich der Hauptzweck dieser Unternehmungen an denarktischen Eisschranken scheitern musste, die Schlupfwinkel derCetaceen. Die Gefährten von Barentz, welcher 1596 Spitzbergenentdeckte, und von Hudson, der bald darauf die nordwestlichenGegenden erforschte, verkündeten ihren Landsleüten, dass dienordischen Meere gleichsam von Wallen wimmelten, und hierein ungeheüres Feld sei für die Thätigkeit kühner Seeleüte unddie Spekulation unternehmender Handelsleüte. Mit baskischenSeeleüten bemannt, die bereits seit dem zwölften Jahrhundert denWallfischfang in den höheren Breiten des Atlantischen Oceansregelmässig betrieben hatten, segelten holländische, englische,hamburger, französische und dänische Schiffe nach dem grön-ländischen Meere, um einen Industrie-Zweig zu verfolgen, dereinen so grossen Gewinn zu versprechen schien. Die Holländererlangten durch grössere Betriebsamkeit bald das Uebergewichtüber alle ihre Nebenbuhler. In der zweiten Hälfte des sieben-zehnten Jahrhunderts stand der holländische Wallfischfang inder höchsten Blühte, und es gab da Jahre, wo 260 Schiffe und14,000 Seeleüte damit beschäftigt waren. Aber wie die Industrieder Basken seit dem Anfang des 15ten Jahrhunderts, so ist dieder Holländer im 18ten Jahrhundert an der Unersättlichkeit, ander Habsucht und dem Geize der Menschen gescheitert: Die Ba-länen-Familie ist im Grönländischen Meere, wenn auch nichtausgerottet, doch so bedeütend vermindert worden, dass ein dahinabgefertigter Wallfischfänger nicht immer auf Erfolg rechnenkann, und diese Industrie seit den letzt vergangenen dreissigJahren gezwungen worden ist, andere Gewässer aufzusuchen, diesie, vornehmlich seit den Entdeckungen der Ross, der Parry, derLyon u. s. w. in den arktischen Gewässern der Neüen Welt, inder Davis-Strasse, in der Hudsons- und Baffins-Bai nnd den an-dern Meertheilen des nordöstlichen Amerika gefunden hat, wosie sich gegenwärtig hauptsächlich in den Händen der Engländerbefindet.
Wallfischfang.
Auf unserer Karte ist der Schauplatz des nördlichen Wallfisch-fangs durch eine volle, wagerechte Schraffirang hervorgehoben,und die Namen der Thiere, auf welche Jagd gemacht wird, sindmit rückwärts liegender Schrift gestochen worden, um sie vonden Robben-Namen zu unterscheiden.
Balaena mysticetus L., der echte Wallfisch, wird hebt’ zu Tagekaum mehr auf der Südostseite einer Linie angetroffen,welche von der Labrador-Küste quer über die Davisstrasse,und sodann von Ostgrönland nach Spitzbergen laüft, undauf der Karte mit Aequatorial-Gränze dieses Thiers be-zeichnet ist. Im Grönländischen Meere ist es, wie gesagt,gegenwärtig eine seltene Erscheinung, und der eigentlicheSchauplatz seines Fangs die Davisstrasse, die Hudsons-Bai u. s. w.
Das von Lacepede Balaenoptera genannte Geschlecht der Wall-fischfamilie bewegt sich in der Gattung
Balaenoptera longimana, Rudolphi, Finnfisch, ungefähr inner-halb derselben Gränzen, wie der echte Wallfisch; währendB. Boops, Jubart, etwas südlicher, bis zum 61° nördlichorBreite herab, gefunden wird.
Zur Delphinen-Familio gehören:
Physeter macrocephalus, der Pottfisch, langköpfige Kaschelotoder schwarzköpfige Walratli- (Spermaceti-) Wallfisch, isteine höchst seltene Erscheinung in den Gewässern vonSpitzbergen; sein Aufenthalt ist das hohe Meer in derBaffinsbai und Davisstrasse, von wo er nicht selten Streif-züge in den Atlantischen Oeean macht. AmerikanischeFischer verfolgen ihn zuweilen zwischen der Bank vonNeufundland und den Azoren. Aber auf diese Gegendenist der Pottfisch nicht beschränkt; in der That, kein Saü-getliier hat einen so grossen Verbreitungs- Bezirk als er,denn der gesammte Oeean, der Atlantische sowol als derStille ist sein Wohngebiet, von 70 3 N. bis zu 60° oder70° S. Breite.
Monodon monoceros L., oder Ceratodon tnonodon Pall., dasEinhorn oder Narwal, hat seine eigentliche Heimath inder Davisstrasse, vornehmlich in der auf grönländischerSeite liegenden Disco-Bucht, von wo es bisweilen südlicherzieht, aber fast nie die Polar-Region verlässt. Im Grön-ländischen Meere wird das Einhorn nur selten verfolgt;hier hat man es bis 81 03 /t N. Breite gesehen.
An der norwegischen Küste, von Finnmarken an bis hinab indie niedern Breiten des Stiftes Borgen, wird dann und wann einWallfisch gefangen, der sogenannte Nordkaper, Balaena glacialis,
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