Band 
Erster Band.
Seite
78
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78 Zweytes Buch.

Laß die Vertheidiger der bischöflichen Rechte in der Folgefast gänzlich zum Schweigen gebracht nwrden.

Die Kabalen des römischen Hofes, und der Antheil,den die Jesuiten daran nahmen, zeigten sich im Verfolgedes Conziliums immer offenbarer. Da in Deut sch-lau d der Geist der Unruhe immer weiter sich ausbreitete,und der Kaiser, welcher übrigens ein sehr eifriger Katho«like war, mit VerdLuß und Unwillen sehn mußte, wie we-nig auf dem Conzilium für die Wiederherstellung des Frie-dens gethan wurde, und wie sehr man sich von Seitendes päpstlichen Hofes Mühe gab, der Untersuchung desHauptgegenstandes auszuweichen, so entschloß er sich, dieSache mit mehrerm Ernste zu betreiben. Er reisete imJahrei 56z nach Jnsprug, um in der Nachbarschaft desConziliums die Bemühungen seiner Gesandten und Präla-ten mit mehr Thätigkeit unterstützen zu können. Diefranzösischen und spanischen Bischöfe setzten großeHoffnungen auf den Eifer des Kaisers, welchen sie leichtzu gewinnen hoffen durften, da ihre Beschwerden im Grun-de die nämlichen waren, die der Kaiser gegen den römischenHof zu führen hatte. Die päpstlichen Legaten aber, wel-chen alles daran gelegen seyn mußte, den Kaiser auf ihreSeite zu bringen, setzten alles in Bewegung, um diesenEndzweck zu erreichen. Der Jesuite Canisins, welcherbey dem Kaiser in großem Ansetzn stund, setzte alle Ach-tung, die er diesem Monarchen schuldig war, beyseite,und machte ihm die frechsten Vorwürfe. Sacchinus,und Agric 0 la welcher die Geschichte der OberdeutschenJesuirenprovinz geschrieben hat, führen eine weitläuftigeAnrede an, worin Canisius den Kaiser zu bereden such.te, nichts gegen den Papst zu unternehmen. Der Kaiserließ sich aber nicht irremachen, obgleich ein anderer Jesuite,Hieronymus Natalis nach Jnsprug reisen mußte,um die päpstliche Partey zu unterstützen. Ferdinand.ließ von seinen Räthen verschiedene Punkte entwerfen, über