Band 
Erster Band.
Seite
110
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Zweytes Buch.

König machte bald die sehr zuverlässige Bemerkung, daßnichts die Sicherheit eines Thrones eher untergrabe, alsGewissenszwang. Xaver, der zwar ein guter Katholicke,aber ein sehr schlechter Staatsmann war, wußte bald Rathzu schaffen. Er versprach dem beängstigten König eineportugiesische Besatzung, und schwur ihm in Namendes Königes von Portugal eine ewige Freundschaft.Sogleich schrieb er an Jgnazen um neue Mitarbeiter,und an den König von Portugal um frische Truppen.Um seinem Bekehrungseifer an Nachdrucke nichts fehlenzu lassen, drang er bey dem letzter« auch darauf, dass erallen seinen Statthaltern Befehl ertheilen möchte, die christ-liche Religion bey den Neubekchrten durch Feuer undSchwerdt, und durch Confiscation ihres Vermögens zuunterstützen und zu erhalten *). Xaver hatte überhaupteinen sehr inquisitorischen Geist. Ihm hat, wie wir baldhören werden, Goa eines der grausamsten Ketzergerichtezu verdanken.

Die Gesellschaft hatte sich schon ungewöhnlich in Asienverbreitet. Mit jedem Jahre kamen neue Arbeiter ausEuropa, die sich in den ungeheuern Reichen festsetzten,und Häuser und Kollegien erbauten, worin immer neueZöglinge unterhalten wurden- Um diese Zeit erreichte derOrden sogar auch Amerika. König Johann von Por.tugal ließ im Jahre 1549 eine Flotte nach Brasilien aus-laufen, um sich da eine neue Stadt anzulegen. Auf die-ser Flotte schifften sich sechs Jesuiten ein. Brasilien isteine der reichsten Provinzen in Amerika. Sie hat anden kostbarsten Produkten einen Ueberstuß. Die Einwoh-ner waren schon ursprünglich wild und grausam, undwurden durch die Erpressungen der Europäer noch un-menschlicher. Die Jesuiten fiengen ihre Bekehrungen da,mit an, daß sie sich Häuser bauten. Mehr konnten sieAnfangs nicht thun, indem sie die Landessprache nicht

') Orlilllöiiii ttirlor. Loc. I4l>. VIH- L»P. LX.