ii8 Zweytes Buch.
tausend Donjen am Hofe. Die Einwürfe, mit welchen siedas Christenthum bestritten, waren, wenn wir den Ge-schichtschreibern -) glauben dürfen, äußerst scharfsinnig.Sie bezogen sich im Allgemeinen auf die Eigenschaften Got-tcs, auf den Sündenfall der ersten Menschen, und auf dasErlösungswerk. Ich habe nicht nöthig, diese Einwürfehier in ihrer Weitläuftigkeit anzuführen, da sie fast dienämlichen sind, deren sich die verrufensten Freygeister be-djentcn, die christliche Religion in ihren Grundfesten zu er«schüttern. Die Bonzen behaupteten dessen ungeachtet dieOberhand. Der Hof blieb seiner Religion und das ganzeVolk seinen Bonzen getreu. Xaver verließ also Dungsnach einem Aufenthalte von sieben und vierzig Tagen, undsegelte nach der chinesischen Insel Sancian. Hiermeldeten ihm diePortugiesen» daß es keinem Fremden,außer den Gesandten, erlaubt sey, daschinesische Reichzu betreten. Xaver wußte gleich Rath zu schaffen. Ergicng nach Gva zurück, in dcrAbsicht, denVicckönig undden Erzbischof zu bewegen, eine Gesandschaft im Namendes Königes von Portugal nach China zu schicken,in deren Gefolge er sich in dieses Reich einschlcichen könnte.Das Gesuch wurde ihm bewilligt, und ein reicher portu-gie fisch er Kaufmann, der sein ganzes Vermögen zu demEnde aufopferte, znr Gesandschaft bestimmt. Sie reisetcnvonGoa im 1 .1552 nach Malacca. Der portugie-sisch c Statthalter daselbst, dem es unerträglich war, daßein Kaufmann in der Eigenschaft eines Gesandten an dengrößten Monarchen von Asien abgeschickt werden sollte,widersetzte sich diesem Unternehmen. Xaver zeigte seineVollmachten vor, und als der Statthalter dessen ohnge,
*) Ferdinand Mendez Pinto, der im portugiesische»Gefolge diesen gelehrten Jänkereyen bcrwobnte, hat die Ge-schichte derselben in seiner Reisebeschreibuug angeführt, dieiüi8 zn Lissabon gedruckt wurde. Man findet sie auch im lv.Theile der allgemeinen Historie der Reisen.