Geschichte der Jesuiten. 22;
für ein ehrsüchtiges und herrschbegieriges Herz der Gegen-stand von stolzen Wünschen werden. Unter allen damali.gen Jesuiten war keiner dein Lainez an Stolz, Herrsch-sucht» und Verschlagenheit gleich. So sehr sich die Ge.schichtschrciber des Ordens Mühe geben, auch die gering,stcn Schwachheiten ihrer Glieder, und vornehmlich ihrerGenerale zu beschönen? oder oft gar zu verschweigen, solaßt doch Sacchin in seiner Ordensgeschichte manchentreffenden Zug von den verdächtigen Kunstgriffen mit ein»siicffen, deren sich Lainez bediente, die Generalswürdean sich zu bringen.
Obgleich der größte Theil der Gesellschaft den Hie.ronimus Natalis, den Jgnaz kurz vor seinemTo»de in der Eigenschaft eines Vikars nach Spanien schick-te, für den wirklichen Gencralvikar hielt, so ließ sich dochLainez drey Tage nach dem Absterben des Ordensstif.ters von den in Rom befindlichen Prsfesscn zum General»Vikar erwählen. In dieser Eigenschaft berichtete er denauswärtigen Provincialen Jgnaz ens Tod, und lud sieauf vorstehenden Wintermonat nach Rom, um einenneuen General zu Wahlen, und die letzteHand an d e Con»stitutionen des Ordens zu legen. Um sich den Weg zurhöchsten Würde desto sicherer zu bahnen, vermehrte er, je»doch mit vielen Widersprüchen von Seite der in Rom be-findlichen Gesellschafter, die Anzahl der Professen. Davermöge des besondern Gelübdes eigentlich nur diese Pro»festen unter dem unmittelbaren Gehorsame des Papstesstunden, so hatte Jgnaz aus Politik keine besondere Lust,ihre Anzahl zu vermehren, um sich in unbeliebigen Fallenmit dem Mangel derselben entschuldigen zu können. Lai-„ez aber brauchte bey der bevorstehenden Wahl Kreatu-ren, die er sich nicht anders zu verschaffen wußte, alSwenn er diejenigen, deren Gesinnungen ihm Nicht ungün»stig waren, zum höchsten OrdenSgrade beförderte.
Damals war Paul iv. aus dem mächtigen Haust
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