Band 
Erster Band.
Seite
230
JPEG-Download
 

2ZO Viertes Buch.

Laine; wußte zu gut, daß er es hierin mit einemManne zu thun hatte, der nichts weniger qls Ungehorsamoder Widerspruch vertragen konnte. Er schickte sich alsoin die Umstände der Zeit, und gehorchte dem Papste nurin so ferne, als er es für gut befand, nämlich mit der still-schweigenden Absicht, daß die Verbindlichkeit, zu welcherer sich anheischig machen mußte, mit dem Tode des Pap-stes, der bereits schon drey und achtzig Jahre alt war,auch aufgehoben seyn würde. In Ansehung des gemein-schaftlichen Gottesdienstes verordnete die Congregation,daß er in den Profeßhausern des Ordens gehalten werdensollte. Da aber der Orden damals nur zwey Profeßhau-ser, zu Rom und zu Lissabon hatte, so fallt es offenbarin die Augen, daß die Jesuiten den heil. Vater nur tau-schen wollten.

Viertes Kapitel.

Fehlgcschlagene Absichten der Jesuiten auf das Veltlin und aufWallis. Grausame Verfolgungen der Waldenser in Savoyenund in den Thälern von Piemont. Der Jesuite Poffevin er-scheint in der Eigenschaft eines Henkerknechts. Galanteriender Jesuiten zu Montepulciano. Sie werden vertrieben. An,dere Unznchtssünben der Jesuite«.

Es war kein Landchen so klein, wohin die Jesuiten nichtdrangen. Auch das arme Veltlin, dessen Bewohnerin ruhigen Thalern ein zwar dürftiges aber genügsamesLeben führten, wurde ein Gegenstand der unersättlichenHabsucht der Jesuiten. Ein alter ehrlicher Mann ausPonte, dem Hauptflecken des Landchens, Namens An-ton Quadrius, hatte sich, als kaiserlicher Wundarzt,ein ansehnliches Vermögen erspart. Der alte Mann warbeynahe kindisch, als ihm die Jesuiten die größere Ehre