Band 
Zweyter Band.
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Sechstes Buch.

nicht anders, als einseitig und parteylich seyn. Der inimmerwährender Furcht und Schrecken umherirrendeChrist mußte um so viel mehr seinen Verfolgern alle erdenk»liche Greuel aufbürden, da sich zu seiner vermeintlichenUeberzeugung von der Gerechtigkeit seiner Sache auch einunvertilgbarer Religionshaß gesellte.

Will man den ganzen Verlauf der Sache in seinemUmfange, und ohne eine Parthey zu nehmen, aufmerksambeurtheilen; so ergiebt sich leicht, daß die Christen in ih-rer Rebellion planmäßig zu Werke giengen, und daß eSallerdings auf eine allgemeine Verschwörung, die der hol-ländische Kapitain in der Bosheit seines Herzens erdichtethaben sollte, abgesehn seyn konnte. Der fatale Ausgangdieses Aufstandes rührte weniger von der Ohnmacht derChristen und von ihrem zu schwachen Widerstände, alsvielmehr daher, daß sie wider ihr Erwarten zu früh undzu unvorbereitet überrascht wurden. Der besondere, undselbst von Herrn Lavernier bemerkte Umstand, daß diebeyden jüngern Söhne eines am Hofe viel vermögendenGroßen sich an die Spitze der Rebellen stellten, und daßbeyde von den Jesuiten durchaus beherrschte und geleiteteKreaturen waren, giebt über das ganze Faktum um somehr die zuverläßigsten Aufschlüsse, wenn man dabey«och auf die Plane und auf den Geist des Jesuitenordenseinige Rücksichten nimmt. Die Geschichte dieser Empö-rung der Christen und ihrer Vertilgung fällt gerade in dieglänzendste Epoche der Jesuiten, in die Mitte des sieben-zehnten Jahrhunderts. Wir werden erst im Verfolge se-hen, in welcher nahen Verbindung damals alle Revolutio-nen in Europa mit dem Systeme ihres Ordens stunden,wie sie die vornehmsten Maschinen waren, welche die Höfein Bewegung setzten, und wie ihr Geist der fast allgemeineGeist der Welt wurde.

Man müßte von dem Institute der Gesellschaft keineBegriffe haben, wenn man glauben wollte, baß der Gene-