s 6 Sechstes Buch.
ten, und daß die Religion, die sie in China predigten,nur die Hülle sey, unter welcher sie ihre Absicht, sich desKaiserthrones zu bemächtigen, verhehlten. Von Can-ton bis Pecking hatten sie sich ausgebreitet; und diesewären eben die Vortheilhaftesten Platzt, ihre Entwürfe aus-zuführen. Bemerke man noch, wie sorgfältig und heim-lich sie von einem Orte zum andern umher reisen, wie ihrneu der Gouverneur von Macao verkauft sey, und inwelcher nahen Verbindung sie mit den Christen in Japonstünden; so sey es keine Chimäre, zu denken, daß es ihnenein leichtes seyn würde, hinlängliche Armeen zu finden,welche fie in so ungeheuern Entwürfen unterstützen könnten.
Der Inhalt dieser Beschwerden und Anklagen kambald zur Wissenschaft des Gouvernements von Can ton.Man wurde daselbst sehr aufmerksam auf die Schritte derJesuiten. Der Gouverneur ließ den Pater F r a n z M a r-tinez, welcher von Macao dahin reiste, ergreifen, undihm eine 4 astonade geben, unter welcher er seine Seeleaushauchte *). Dem Pater Longobardi wäre ein glei-ches Schicksal wiederfahren; und vielleicht das ganze Mis-sionsgcschaft zu Grunde gegangen, wenn nicht Ricci inder Eile einen Freund gefunden hätte, welcher mit seinemAnsetzn die Untersuchung gegen die Jesuiten hemmen, denGouverneur für seine Uebereilung, mit weicherer den Mar-tine; todtschlagen ließ, züchtigen, und solchergestalt dieEhre des Ordens und der Mission retten konnte.
Diesen Vorfall überlebte Ricci nicht lange mehr.Er starb im Jahre r6ic> nachdem er 27 Jahre in Chinamit unermüdetem Eifer für das Beste seines Ordens ar-beite«, im allgemeinen Rufe der Heiligkeit. Er stund,nach dem Zeugnisse des dü Halde "*), mit den mehresten
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