Band 
Zweyter Band.
Seite
65
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Geschichce der Jesuiten.

6;

Siebentes Kapitel.

Von den Reichthümern und dem Kaufhandel der Jesuiten inOstindien.

Äas Hauptfundament/ auf welchem das furchtbare Ge-bäude der I:suikenmonarchie aufgeführt war, mußte al-lerdings Reichthum seyn. Nur vermittelst feiner Schatzekonnte sich der Orden fo furchtbar und mächtig machen.Daß nach seiner Aufhebung so wenig baares Geld in denverlassenen Kollegien gefunden wurde, ist kein Beweis vonseiner Armuth. Wenn man auch den Umstand, daß ervielleicht aus Vorsicht seine Kapitalien in großen Dankenniedergelegt haben könne, bezweifeln will; so muß mandoch auch anderseits gestehen, daß der Aufwand, den dieGesellschaft zu machen genölhiget war, nichts weniger alsgemein seyn konnte. Sie verstunden zwar die Kunst, dengroßen Volkshanfen durch Bigotterie, Fanatism' undHeu.chelcy auf ihre Seite zu lenken; allein an großen Höfen,wo Mertinage und s'iebcrlichkeit alle religiösen Gefühle un-»erdrückt hatten, mußten ganz andere Maschinen in Be-wegung gesetzt werden. Sie hatten allenthalben Spionenöthig, die sie bezahlen mußten. Ohne Aufopferung vonSchätzen konnten sie keine so langwierige Prozesse führen.Sie mußten sich die Beichtvatersiellen an Höfen erkaufen;sie mußten durch Bestechungen hellsehende Minister zumSchweigen bringen; und um sich Kreaturen zu verschaffen,wußten sie Würden und Chargen im Vorrathe haben.Wie viel hat es ihnen nicht gekostet, Krieg oder Friedenin Europa zu stiften, Bündnisse und Heyrathen unter Mo-narchen zu schließen, die Unterthanen gegen ihre Obrigkeitaufzuhetzen, Meuchelmörder zu bezahlen, Verschwörungeneinzuleiten, allen ZeistlichenundweltlichenMachtenWi-Trsch.d.Äes.H. V!>. 5