8 6 Sechstes Buch.
erhörte Lästerungen auszufchreyen. Außer der Rechtfer-tigung, die der berühmte Muratori auf die einseitigenBerichte der Jesuiten übernahm *), hat auch der JesuiteCharlevoix in sechs Bünden eine Geschichte von Pa-raguay geschrieben, worin er mit vieler Geschicklichkeit,aber vergebens, die Vorwürfe, die seinem Orden gemachtwurden, abzulehnen sucht. Gleichwohl aber wirb sich dieWelt nimmermehr bereden können, daß der portugiesischeHof weniger Glauben verdiene, als die Schutzschriftenund die Pasquille, welche die Jesuiten gegen diesen Hof inder ganzen Welt ausgestreut haben.
Neuntes Kapitel.
Grausames Verfahren der Jesuiten gegen die Bischöfe Carbena-nnd Dem Palafer.
Aie Privilegien, womit der päpstliche Stuhl so ver-schwenderisch den Orden der Jesuiten »ersah, hatte dieGlieder desselben sehr hochmülhig gemacht; und sie nah-men davon bey unzähligen Gelegenheiten Anlaß, die Vor-steher der Kirche, Bischöfe und Pfarrer, in ihren Rech-ten zu kranken. Wäre es dabey allemal geblieben, sowürde man es ihnen noch verzeihen, wenn sie sich aufPri-vilegien berufen haben. Aber sie hatten sicher keines auf«zuweisen, worin ihnen erlaubt worden, diejenigen zu Todezu quälen, die sich ihren Vorrechten widersetzten. Unddoch war dieß dir gemeinsame Praktik ihres Ordens. Un-ter mehreren Beyspielen will ich nur den Bischof von P a-
*) II Cchrislisnesimc» lelics nells dliüioni 6s' ?s6ri 6eII» Lom-xsgni» <!i Qieru sei psrsKiisi. 4. Mnkatoki hat «0ch vvkseinem Tode öffentlich bereuet, diese- Werk geschrieben znhnbe«.