9 6 Sechstes Buch.
umgeworfen würde, versuchte alle gelinde Mittel, den Vi« i
cekönig vo» den schlimmen Wirkungen zu überzeugen, wel« ,
che die Befolgung seines AuSspruches unvermeidlich nach ;
sich ziehen müßte. Er gewann auch schon so viel, daß je« Z
ner in seinen Gesinnungen zu wanken anfieng; als die Je« e
suiten mit einem Male alle gütliche Verhandlungen unter« l
brachen, und mit offenbarer Gewalt gegen den Bischof „
auftraten. Sie thaten ihn und seinen Vikar in den Kir«chenbann, und zwar mit einer Frechheit, die ihres gleichen cl
Nicht hatte. Unter Trompeten - und Paukenschall ließen sie si
die Exkommunikationssentenz, welche von den gröbsten b
Lästerungen, Verleumdungen und Infamien gegen die T
Person des Bischofs und seiner Officialen angefüllt war, z
öffentlich auf den Straßen von Mexiko verlesen. In d>
dieser Sentenz wurde allen denen, welchen Standes sie „
auch seyen, die dem Bischöfe gehorchen oder anhängen, „
mit den strengsten Strafen gedroht. Leute vom Vermö« „
gen sollten um zwey tausend Dukaten, Unvermögliche mit „
vierjähriger Festungsarbeit, und Leute vom niedrigsten „
Stande mit zweyhundert Ruthenstreichen und vierjähriger „
Sklaverey, ohne alle Appellation und unge« „
hört bestraft werden *). „
Die Feinde des Bischofes trieben ihre Verwegenheit „
immer weiter, und zwangen sogar das Militair, ihren ge«waltthatigen Maaßnehmungen den gehörigen Nachdruckzu geben. Darüber sowohl, als über die boshaften Ka« ur
balen, deren man sich gegen einen Bischof bediente, wel« dn
chen alle Stande mit dem wärmsten Enthusiasmus schätzten Lst
und liebten, brach das Volk in laute Klagen aus. Die S>
Verlegenheit, worin sich Palafox befand, war sehr Gi
groß. Er, der vor kurzem die höchsten Würden mit all» sii!
gemeiner Zufriedenheit bekleidete, sah sich nun auf einmal nr
durch die Bosheit unversöhnlicher Feinde in die Klasse der -
ltisroirs äs Dom /eair llo /'a/a/or, k»rr. ll, IIl>
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