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Geschichte der Jesuiten. 12z
testanten anspann, und wie ein allgemeiner Mißbrauch derRegierungsgewalt erfolgte *). Alle diese Anstalten, dieman traf, die Böhmen nicht so wohl um ihre Religion,als vielmehr um ihre bürgerliche Freiheit zu bringen, muß-ten natürlich Mißtrauen und Furcht gegen eine Regierungerzeugen, die mit so raschen Schritten und mit so außer,ordentlicher Zuversicht auf ihre Starke zu Werke gicng.
Ein ernstliches Schreiben des Kaisers an die Stande,die sich wegen gewaltthätiger Anmaßungen des ErzbischofSvon Prag und des Abts zu Braunau beschwerten,war die Veranlassung eines allgemeinen Ausbruchs derUnzufriedenheit, und zugleich das Signal einer Empörung,die dreyßig Jahre durch ganz Deutschland wüthete. Indiesem Schreiben gab der Kaiser nicht undeutlich zu ver,stehen, daß er sich mit nachdrücklicher Strenge werde Ge»horsam zu verschaffen wissen, und daß er gegen diejenigen,welche er für die Urheber des Mißvergnügens halte, allesErnstes verfahren werde. Die Stände, welche schon zum vor.aus durch verschiedene Anstalten mißtrauisch gemacht wur.den, mußten natürlich die kaiserlicheDrohung auf sich deu.ten. Sie geriethen in eine Art von Verzweiflung, und stürztenden 2z. May i6>8 die kaiserlichen Statthalter Slawa«t a und Martiniz, welche sie für die Urheber jenesSchreibens hielten, 40 Ellen hoch aus den Fenstern desköniglichen Burgschlosscs zu Prag herunter **).
Nach diesem gewagten Schritte griffen fle sogleich andie Ruder der Regierung, und setzten sich gegen alle Fol.gen in Bereitschaft. Sie schrieben zwey Tage darauf ei.nen Brief an den Kaiser, worin sie ihr Verfahren recht-fertigten , und verbannten alle Jesuiten aus ganz Böh.mcn- Das Verweisungsdekret ist folgenden Inhaltes r
.) Deduktionsschrift. I. c.
") »cr» publics. lom. I, Ul. III. paz.
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