Band 
Zweyter Band.
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rzr Achtes Buch.

ohne Scheu: Man müsse es für ausgemacht halten, daßder Papst Gewalt habe, ketzerische und hartnäckige Königeihres Throns zu berauben. Die ganze Gnade, die er sol.cheu entthronten Monarchen »och zukommen läßt, bestehetdarin, daß es nicht allen und jeden Menschen, sondernnur denjenigen, die vom röimschen Papste Vollmacht er»halten, erlaubt sey, solchen Königen das Leben zu neb«wen. Wenn jedoch ein Fürst seine Gewaltthätigkeiten soweit treibe», und eine» seiner Unterthanen todten wollte,so hat dieser das Recht, sich für sein Leben zu wehren,wenn auch der Tod des Fürsten dadurch erfolgen würde.Hat aber ein Privatus, wenn es darauf abgesehen ist,sein eigenes Lehen gegen gewaltsame Angriffe zu vertheilst,gen, das natürliche Recht den Angreifer zu erlegen, so istdieses Recht, wenn es deö öffentlichen Wohls we-gen geschieht, nur noch um so viel starker *). SolcheGrundsätze, so wenig auch der Muthwille eines Monar,che», der seine Unterthanen wie Hunde niederschlagt, ei»nes Schutzes würdig ist, sind immer verwerflich, und wa-ren es zur Zeit der Jesuitenmachk um so mehr, nachdemsie die Begriffe von Tyranncy bis ins Unendliche verviel-sättigten, und es vollkommen in ihrer Gewalt hatten» dasgemeine Volk mit diesen Begriffen vertraut zu machen **).

») Will. l. c. psg. 86 or »g. — '

*») Ich tonn nicht unbemerkt lassen, daß Kaiser Joseph U-großentheils diesen jesuitischen Begriffen den Verlust seinerNiederlande beyzumcssen hatte. In den Augen dieser vonJesuiten und Mönchen verführten Nation mußte Joseph au-keinem andern Grunde ein Tyrann seyn, als weil er das Hei-ligste der ükAlgion angriff, Klöster aufhob, fanatische Brüder-schaften und Prvzeßionen einstellte, und zu Löwen ein Ge-neralseminarium errichten wollte .Dem gemeinen Volke wardie Aufhebung der I v y e u se Eutree bev weitem so fürch-terlich nicht, alS die Hinwegnahme eines Mönchsheiligen vonseinen Altären. Daher war es denn auch denj migen, welchene- im Ernste »m die Crriugaug einer Unabhänzrgkeit zu thu»