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Achtes Buch.
Wir haben schon anderwärts bemerkt, daß die Jesui,ten dem Begriffe einer tyrannischen Regkerung ganz will«kührltchr Deutungen gaben. Aber das verdient beson,ders in Erwägung genommen zu werden, daß sich dicftl.brn in jenen Landern, deren Bewohner unter dem Druckeder Despotie am stärksten seufzten , durchgehends am be-sten dabey befanden.
Siebentes Kapitel.
Ursprung und Geschichte des MoliniSmuS. Bemühungen der rö-mische» Kirche, den hierüber entstandenen Streit beyzulegen.Hartnäckigkeit der Jesuiten. Sie machen sich dem PapsteKlemens VIll. durch Drohungen fürchterlich. Man hat dieJesuiten im Verdachte, daß sie diesen Papst aus der Weltgeschaft haben. Ihre Intrigue» gegen seinen NachfolgerPaul V.
Ehe ich von der Geschichte des Jansenismus, und vonden Verfolgungen schreibe, denen seine Anhänger unterLudwigs XIV. Regierung in Frankreich ausgesetztwaren, muß ich vorerst seines Vorgängers, des Moli-niswus erwähne«, welcher mehrere Jahre hindurch dierömische Kirche in eine unbeschreibliche Verlegenheit undUnruhe versetzte. Der darüber mit eben so vieler Hitze alsKabale geführte Streit ist ein Beweis, daß die Jesuitennicht nur den weltlichen Regenten, sondern auch selbstdem allerhöchsten Welrbeherrscher seine «ouvraine Machtüber die Geschöpfe zu entreißen bemühet waren.
Der Grund zum Verderbnisse der Sittenlehre, Mo-ral, und überhaupt der ganzen Theologie, wurde schongleich bey der Anlage des Instituts der Jesuiten gebaut.Ihre Constitucioiien machen es zu einem Hauplgcsetze, daß