Band 
Zweyter Band.
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»94 Achtes Buch.

chen Angriffe auf Thomas zum Vorschein kamen,auf päpstlichen Befehl unterdrückt werden. Allein die Je-suiten nahmen keine Rücksicht auf päpstliche Verbote, undtrieben das, was ihnen öffentlich untersagt wurde, nurum so heimlicher fort.

Mitten in dem Gezänke, das über die Dchulverord-nungen der Jesuiten am päpstlichen Stuhle entstund, kamin Spanien die Loncorclla chvinae ßratise Ijbeii»rdltrii zum Vorschein, welche der Jcsuite Ludwig Mo-lina i;88 drucken ließ. Darin ward ein ganz neues,dem H, Thomas entgegengesetztes System von der Vor-Herbestimmung, von der Gnade und dem freyen Willenaufgebaut. Molina lehrt, daß Gott die Auserwahltenin Ansehung ihrer Verdienste zur ewigen Glückseligkeit vor-herbestimme; daß die Gnade, mittelst welcher sie die Ber-dienste sammeln, nicht an und für sich selbst wirksam sey,sondern dadurch, baß ihr die Auserwählten nicht wider-stehen, wirksam werde, und den Sieg über die verdorbe-ne Natur erhalte; daß sie Gott den Auserwählten in jenenUmständen ertheile, in welchen cp durch die Mittelwissenschaft(sclenüu Msscllg) die Einstimmung ihres freyen Willensvorherfleht; daß er übrigens Niemanden die hinreichendeGnade versage, welche der Mensch, wenn er nur will,durch seine Gelehrigkeit und Folgsamkeit wirksam machenkann u. s. f. Ehe dieses Werk gedruckt wurde, lehrten§ic Jesuiten Leonard Leß, und Johan Hamel, aufher hohen Schule zu Löwen ähnliche Irrthümer. Dietheologische Fakultät, welche vier und dreyßig ketzerischeLehrsätze aus den Heften der Jesuiten zog, ermähnte sieanfangs auf gütlichen Wegen, davon abzustehen. Aberes ist unmöglich, Jesuiten, die sich unfehlbar glauben,von, Gegentheile überzeugen zu können. Sie fuhren fort,orthodoxen Ohren unerträgliche Sätze zu lehren; und dieFakultät glaubte, berechtigt zu seyn, nach der Regel gegenste verfahren, und mit einer ordentlichen Derdanimuug ste