zz6 Achtes Buch.
tigen Mittel erröthet seyn, deren man sich in feinem Na»nmi bediente, die Huguenotten aufzureiben. Allein manverbarg sorgfältig daS wahre Gemählde dieser menschen,mordenden Bekehrung vor seinen Augen. Man legte ihmmit triumphirender Freude die glänzenden Verzeichnissevon Refornurten vor, welche auf den Wegen der Gelln»digkelt und der Eanftiiiuth i» den Schooß der römische»Kirche zurückgeführt worden seyn sollten. Man verschwieg,daß Soldaten in den Provinzen diese Wunder gerhan,und sprach von dem, was Schrecken und Waffen ver-mochten, als von augenscheinlichen Wirkungen einer be-sondern Gnade Gottes *)- Es scheint sogar, daß dieIntendanten, von Lvuvois und demIesulten la Chaisebesondere Auftrage erhalten haben, in den officiellen Be-richten, die sie dem Hof abstatten mußten, alles zu vcr»schweigen, was den Eindrücke», die dem Könige bereits ge»macht worden, hatte nachthcilig seyn können. Man schiensich allgemein dahin verschworen zu haben, nur der Bigotteriedes Monarchen zu schmeicheln i und es war nichts leichter,als dieses, nachdem Maitressen und I suiren, tue ihn un»aufhvrlich umrangen, nach einem geiueiiischaflli'yen Planedahin arbeiteten, ihn mittelst eines schwärmerischen Han-ges zur Andacht an ihre Reize und an ihr Interesse zn'fesseln. Es ist auch durchgehends bemerkt worden, daßder Bckehrungseifcr des Königes je nach der verschiedenenLage, in welcher er sich mit der Madame von Maln-tenon oder mit seinem Beichtvater la Chaise befand,bald starker und bald schwächer geworden, und daß germeiniglich nach einer wollüstig durchschwelgien Nacht, derMorgen, welcher der Andacht gewidmet war, den Hugue»notten neue Qualen gebracht harte.
Daß es gleich anfangs darauf abgesehen war, dasEdikt von Nantes, die stärkste Schutzwehrc der Hugue»notten» aufzuheben, daran hak man nie gezweifelt. Att
») Ibis. t. e.