Geschichte der Jesuiten.
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Zehntes Kapitel.
Neue Angriffe der Jesuiten wider die Jansenisten. Fürchterlich»Macht des königlichen Beichtvaters le Tellier. Er verfolgtden Cardinalerjbischof von Paris. Entstehung der Unigeuite-s-dulle. Folgen derselben. Ludwigs X.iV. Tod- Ob er durchGelübde mit dem Jesuitenorden in Verbindung war?
Nichts war dcn Jesuiten unerträglicher, als Ruhe.Wenn sie keinen wirklichen Gegner gehabt hatten, so wür»den sie gegen Schattenbilder ihre Waffen versucht haben.Aber leider fehlte es ihnen nie an wirklichen Gegenstän-den ihrer Streitsucht.
Ganz Frankreich hatte vielleicht, diejenigen aus-genommen, welche in der Bastille oder im Exil ihreshartnäckigen Widerstandes wegen noch schmachteten, denJansenismus und seine vermeintlichen Irrthümer ver-gessen. Allein die Jesuiten, welchen die Erfindung die-ser eingebildeten Ketzcrey so wesentliche Dienste leistete,zogen denselben wieder aus den Finsternissen aus Ta-geslicht hervor. So groß die Vortheile waren, die sieschon gleich Anfangs mittelst dieses Schrcckbilbeü überihre gefährlichsten Gegner erhielten, so konnten sie nunum so viel größere erwarten, nachdem der König alles,was nach Ketzerey roch, wie die Pest haßte.
Zum Unglück« hakt« la -Chaise einen Nachfolger,der ihn an Tücke und Thätigkeit noch bey weitem über-traf. Lc Tellier, der nach la EhaiscS Absterbenköniglicher Beichtvater wurde, hatte sich schon von seinerfrühesten Jugend an in allen Künsten der Politik, der In-tr,ke und der Heuchelei- gcübr. Er war unternehmend,arbeitsam und listig. In seinen jungem Jahren schrieb erzur Vertheidigung seiner Ordcnsgcnossen, welche in China