Band 
Zweyter Band.
Seite
371
JPEG-Download
 

Geschichte der Jesuiten. 971

dem Munde eines Sterbenden rührend ist, macht feinemCharakter Ehre. Aber mit gerechtem Unwillen verab-scheuet man dagegen die Ranke der Jesuiten, welche plan-mäßig unter der Maske eines heuchlerschen Religionsei,fers die Würbe des Thrones schändeten, und mit demGlücke und dem Wohlstände eines Volkes, wie Knabenmit dem Balle, muthwillig spielten.

Als der König die Augen geschlossen hatte, steckte l eTe klier ein Kruzifixbild zwischen die Hände des Verbli-chenen; und sogleich erschienen Wechselsweise so lange, biser beygesetzt wurde, mehrere Jesuiten, welche neben derLeiche laut beteten *). Diese Zeremonie war bisher nocham Hofe eine ungewohnte Erscheinung. Aber die Jesuitenbedienten sich derselben, wenn Leute starben, die ihrer Ge-sellschaft einverleibet waren **).

-) sournal 6'Orsans. lom. I. paß. — Xnsccloks, nu lVls»Moire, secrer, rur la Lonsticurion llaigsnilu,. karr. I. paß,ZZ6, — Ui,toirs generals ä« la Lomp. lom. IH.

V. paß. 258.

«") Die erst vor einigen Jahren erschienene» Memoires vom Ducde Saint Simmvn setzen es (vi6. 8»pp!em. 1. l. pag. , — , 2 )außer allen Zweifel, daß Ludwig XIV. die Ordensgelübdeln die Hände seines Beichtvaters abgelegt, und als wirklicherJesuite gestorben sey. S..Berliner Monatsschrift1791 JuuiuS. S. 556.