Geschichte der Jesuiten. 4Z9
Verschwörung aus dreyen Hauptstücken, auS der Er-mordung des Königes, aus der Niederwerfung derReichsverfassung und aus der Vertilgung der prvtestan»tischen Kirche bestanden sey, gleichwohl nur die beydenletzter» ihr wesentlich waren, und folglich der Königimmer als das Haupt derselben angesehen werden könne.Der Entschluß, den König zu morden, sey, wenn der-selbe gleich an die erste Sülle gesetzt worden, weiternichts als eine Folge und Zugabe zu den beyden an-dern, und von einigen Mitverschwornen ohne Wissendes Königes zu dem Ende gefaßt worden, den Fortgangder Verschwörung desto geschwinder zu befördern, weilsie geglaubt haben, daß man auf keine mehr sichere undgeschwindere Weise zum Zweck kommen könne, als wennman den Herzog von Aork, der nicht so furchtsamund dabey munterer und unternehmender als sein Bru-der, der König, »war, auf den Thron setzte. Nimmtman auf den Zusammenhang der Geschichte einige Rück-sichten, so zeigt es sich, daß Rapin mehr Glaubenverdiene, als Hume.. Der Zwang, in welchem Karlleben mußte, war ihm so unerträglich als seinen Höf»lingen; und es ist kein.Wunder, wenn beyde Theile sichbestrebten, desselben los zu werden.
: Durch die Verhaftung des Sekretairs der Herzogin
von Kork, bekam die. Regierung einige Briefe in ihreGewalt, aus welchen erhellet, daß schon seit mehrerenZähren an der Umwerfung der Reichsvorssassung ge«arbutet wurde. Auch dürften sie als nicht ganz ver-werfliche Beweise für die Wirklichkeit des von Humebezweifelten Komplottes angeführt werden. Sie sind inden Jahren 1674 und 1675 theils an den königlichenBeichtvater la Chaise, theils an den in Brüssel reesidirenden päpstlichen Nunzius, von gedachtem Sekrertair, Namens Colt mann, geschrieben worden. Die