9 Vierzehntes Buch.
geu, traten sie auch mit öffentlichem Tadel gegen die Regle» , laß
rung auf. Einer ihrer Ordensbruder verfaßte zu dem Ende ljch
eine dramatische Posse, die sie von ihren Schülern auf dem tho
Gymuasi'umstheater zu Landöhut i» Baiern vor dem z»n
Volke aufführen ließen, und worin die unanständigsten Aus- ge„
fälle auf die kurfürstliche Regierung enthalten waren. Ungeach- , gest
tet Maximilian III. ein Zögling ihres Ordens und ein ! sM
Loäslis Oon^regst. msj. iVlitrise war, ungeachtet er derGesellschaft Jesu viele Wohlthaten erwiesen hatte, so konnte ^
er doch über einen Frevel dieser Art nicht schweigen, und er- ^
ließ au dc» Provinzial des Ordens nachstehendes Schreiben,welches aber, um die Jesuiten zu schonen, bisher noch nie ^
öffentlich durch den Druck bekannt gemacht worden ist. ^ ^,
„ Wir Maximilian von Gottes Gnaden ic. Uns ist von s > o
der in dem Gymuasi'o zu Landshut jung st hin erhibirtenKomödie ein gedrucktes Exemplar zu Gesicht gekommen, >worin bey der zwischen dem alten und neuen Baierlande an-gestellten Vergleichung der jetzige Zustand des letztem, inRücksicht auf das ReligionSwesen so gefährlich und gehässigabgeschildert wird, daß ein jeder in Sachen nicht genugsam falle
informirter Leser billig glauben kann, als wäre es schon wirk- Sve
lich an dem, daß der wahre katholische Glaube aus seinem hätt
uralten Wohnsitz in unsern Landen vertrieben, hingegen so mhi
wohl der Freygeisterey als andern ketzerischen daß
Sekten aus interessier» und falschpolitischen sstio
Absichten Platz darin gemacht worden wäre." best,
„Euch und eurer gesummten Societät ist selbst bester-maßen bekannt, was gestalten wir von dem ersten Augen-blicke unserer' Regierung an bis auf gegenwärtige Stunde,nichts so sehr als die beständig und unverrückte Beybehaltung dal
der reinen katholischen Lehre in unsern Landen zu Herzen ge- birt
nommen, und unsern durchlauchtigsten Voreltern mildselig« sem
strr Gedächtniß in diesem Stücke gewiß nichts nachgegeben, der»
mithin uns auch von weitem nie zu Sinnen haben kommen mal