ie,8 Sechzehntes Buch.
nun heut zu Tage von den ihnen so verhaßten Aufklärern.„Die neue Aufklärung, sagen siepredigt Unruhe, Em-pörung, Schwarmerey, Rachsucht, Verleumdung, Unter-drückung, Muthwillen. Sie verunstaltet das menschlicheHerz; macht zuerst einen bösen, aufrührerischen, kühnenund tollen Menschen aus ihm, und will ihn so zu höher»Einsichten führen. Sie öffnet allen Leidenschaften Thür undThor, facht alle Begierden an, benutzt alle Sinnlichkeit,um den Menschen zügellos und ausgelassen zu machen.Man sehe nur die jungen so genannten Philosophen; welcheFrechheit, Dreistigkeit in Entscheidung, Tollsinn in ihrenMeinungen, Nechthadcrey in ihren SätzenIn den alternZeiten waren die Klügsten des Volks die Anhänger der Phi-losophie, in den jetzigen sind ihre Vertheidiger Fischerwei-ber." Man muß sehr boshaft, oder sehr unwissend, oderbeydes zugleich seyn, wenn man mit einer so kecken Stirnevon der heutigen Aufklärung, ganz unbedingt, eine solcheSchilderung macht. Noch vermessener ist es, so unbe-dingt Gemählde zu entwerfen, und es der Willkühr der Um-stehenden zu überlassen, sich nach Gefallen die Originaleaufzusuchen.
Aber eben darin liegt die Schlangenlist der Jesuiten ver-borgen. Sie setzen von ihnen widrigen Gegenständen allge-meine widrige Begriffe fest, und überlassen es der Lei-denschaft und den Vorürtheilen der Menschen, von diesenBegriffen einen willkührlichen Gebrauch zu machen. Sie ver-meiden es, so gut sie können, öffentlich und in ihrem Namendie Ideale, von denen sie ihre allgemeine Begriffe abzogen,namentlich bekannt zu machen, weil sie wohl voraussehen
*) Ueber die Gefahr, die den Thronen, den Staa-ten und dem Christenthume den gänzlichen Ver-fall droht, durch das falsche System der heuti-gen Aufklärung, und die kecken Anmaßungen so-genannter Philosophen, geheimer Gesellschaftenund Sekten- Don LckartShanse». r. -