Band 
Vierter Bnad.
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Sechzehntes Buch.

nun aber der Papst diese Verdammung mit dem Rathe eini-ger Kardinale oder Theologen, oder in einer allgemeinenKirchcirvcrsammlung, oder in einem Römischen oder Italie-nische» Koncilio vornehmen? Das erste und zweyte ist nichtbequem, es bleibt folglich das dritte, ein Rdmerkvncilinm,allein übrig. Damit, daß das erste unbequem ist, will ichnicht sagen, als wäre eine, nur bloß durch den Rath einigerKardinäle und Theologe» ausgefertigte Bulle, wie z. B. jeneI n n o c enz X. über die fünf Satze des Ianseuius, oderKleinens XI. Bulle Unigeuitus, nicht hinreichend.Allein für unsere Zeiten ist in Ansehung der Wirkung einesolche Bulle zu schwach. Ganz Europa ist zu sehr vonschädlichen Büchern überschwemmt, welche die FranzösischenGrundsätze über die Fehlbarkeit der Papste, durch Mißbrauchder Koncilicn von Ko stanz und Basel, nicht nur alleinannehmen, sondern über ihre Grenzen erweitern und ausbrei-ten. Auch der Hof von Neapel sogar nimmt diesen vonFebron so belobten und ausgeführten Grundsatz an. Daszweyte Mittel ist unbequem, weil zu unsern Zeiteneine allgemeine Kirchenversammlung iuprak-tikabel wäre, und man, wie die Geschichte deS Tri-dentinischen KirchenrathS hinlänglich beweist, auch nachJahre lang gepflogenen Unterhandlungen, Bündnisse,i undKonferenzen doch nicht hoffen dürfte, so viele Köpfe znvereinigen 2). Es bleibt also nur noch übrig, daß der

') Der Römische Hof hat, vornämlich heut zu Tage, nichts mehrzu befürchte», als den ernstliche» Gedanken an eine allgemeineKirchenversammlung- Freylich wäre nur allein eine solche Ver-sammlung im Stande , den großen Zwist «wischen geistlicher undweltlicher Macht beyzulegen; und nur ganz allein von einer sol-chen Versammlung könnte man mit Sicherheit eine, unsermZeitalter angemessene, höchst nöthige Reformation der Kirchen-disciplin, eine Reinigung der Dogniatik und eine Vereinigungder Philosophie mit dem Christenthum erwarte». Aber eS istdem Römischen Hofe heut zu Lage weit banger, als im sechs-