Geschichte der Jesuiten. s;y
nicht verbundene Mittelsperson diese wichtige Angelegenheitbetreiben ließen; so bedienten sie sich Mich in Baiern einesnamenlosen FcDmik'ers, um einen ähnlichen Versuch zu wa-gen. Dieses geschah im Jahre 1791 mittelst einer anonyme»Schrift, welche an den Stadtmagistrat vo» München ge-richtet war, »ud zu gleicher Zeit an die obere Landesregierungund an die Landstande eingeschickt wurde; aber bey allen diesenBehörden den erwünschten Erfolg nicht hatte. Die Schriftselbst ist folgenden Inhalts:
„ Hochedelgeborne, Hochgelehrte, Wohlweise, besonders„ Hochzuehrende Herren!"
„Die jetzigen fast in ganz Europa herrschenden, demStaate und der Religion höchst gefährlichen Unruhen undfürchterlichen Völkergährungen, dann meine für jene hoch-wichtigen Gegenstände ganz besondere Anhänglichkeit undEmpfänglichkeit haben bereits schon vor sechs Monate» dieIdee in mir erweckt, eine» patriotischen Nationalwunsch zuentwerfen, vermöge dessen der Jesnikcnorden in Baiernwieder einzuführen, bey dermalig kritischer und dringenderIeitlage nicht nur höchst nützlich und unumgänglichnothwendig, sondern allerdings thunlich seynwill. Ich glaube die Gründe und Bewegursachen hierzu ingegenwärtiger Beylage I-är. hinlänglich dargethau zu ha-ben. Da nur allein ein hochansehnlicher Stadtmagistrat undeine gesamime ehrsame Bürgerschaft in München imStande sind, diesem großen Wunsch bey der höchsten Behördedas erforderliche Gewicht und den erwünschten Nachdruck zugeben, und da Sie, meine Hochedle und HochzuehrendeHerren, jederzeit und bey allen Gelegenheiten den größten' Eifer und Sorgfalt und Thätigkeit für die uralte katho-lische Religion *), die guten Sitten, daS Wohl des
*) Wenn der Verfasser wüste, waS unter uralt katholischerReligion eigentlich verstanden werden müßte, so würde ersich wohl gehütet haben, sich des WörkchenS Uralt zu bebe«nen. Er würde erschrecken, wenn er, durch eine geschieht-«