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Sechzehntes Buch.
aufgemerkt und richtig wahrgenommen bat), wo zeigt sichseit > 8 , 19 Jahren in irgend einem hiesigen Haupt-, ge-schweigens andcrm Gotteshanse a» einem hohen Fest- oderFrauenftyertaqe « 9 , ein so großer Zufluß von Leuten undwahren Katholiken bey den Beichtstühlen, an den Kvmmn-nionschranken, in Beywohnung des Wortes Gottes u.dergl.,als seitdem kein Weinzierl, kein Berg mayer, keinSchindler, kein Grub er u. s. f. mehr auf öffentlicherKanzel stehen ? Und wen» auch zuweilen der Zulauf et-was größer und außerordentlicher ist, als sonst, so ergiebtsich dieser Zuwachs meistens nur von denen, welche der Mu-sik, der Galanterie, der Kurzweile, oder höchstens desBrauches halber an solchen Tagen die öffentlichen feycrlichenGottesdienste besuchen, und nichts weniger als wahre inner-liche Andacht und Religiosität zu äußern pflegen ***). End-lich und hauptsächlich, wo hat man je wahrend der vorigen
*) Aber gehören denn auch die Frauenfeyertage in daö uraltekatholische Christenthum?
*') Die Ursache davon liegt keineswegs in der Abnahme des Re-ligionsciferS der Münchner, sondern darin, daß das Volk,welches ehedem nur in die Kirche der Jesuiten lief, sich nungewöhnt, ihre ordentlichen Pfarrkirchen ru besuchen, welche jurZeit der JesuiccncMcn; beynahe an allen Orte» rmn großenAergernisse guter Christen verlassen waren. So gute Rednerd>e benannten Prediger gewesen seyn mögen, so hatte M'ün-chen doch auch Leute, welche mir weil mehr Salbung undGeiste aus der Kamel erscheinen konnten, als Grub erund Konsorten; allein die Jesuiten machten cS alle» wackernGeistlichen schwer, in einem andern Tone, als in dem Toneder Gesellschaft, an das Volk zu reden. Jeder gute Kamel-redner setzte sich der Gefahr aus, der AusklärungSsucht oder desJlluminatism beschuldigt zu werden.
*") Zur Zeit der Jesnitcnexistenr ging es in Ansehung dieserPunkte um nichts besser, und konnte wohl auch nicht andersseyn, da die Art der Jesuitenerriehung mehr dahin kielte,Heuchler, als aufrichtige und von den Wahrheiten der Religionüberjengte Christen ru bilden-