Geschichte der Jesuiten. 28?
das Publikum und die Bürgerschaft, so wie andere Gutthä-thater zur Unterstützung und Aufhelfung dieses Ordens vonZeit zu Zeit frcywillig und willkührlich beytragen wollen, daskann ohnehin niemals die Eigenschaft einer Steuer oder be-ständigen Bürde erlangen, vielweuiger als ein Zwanggcsctzangesehen werden."
„ Wenn aber auch dies alles dessen ungeachtet nicht zuhoffen wäre, so glaube ich doch, daß diese Männer pur umdie Wahrheit der Religion so wohl, als ihre selbst eigene,und ihrer bereits verstorbenen und zerstreuten MitbrüderEhre zu retten, auch die härtesten Bedingungen, die gewöhn-liche Lebensart und Bedürfnisse betreffend, eingehen, folg-lich im Kleinen anfangen, sich aber so groß, unei-gennützig und wohlthätig als jemals im Große» undUeberfluß erzeugen, sohin dadurch Jedermann, und sogarallen Staaten zum nachahmenden Muster diene» wür-den, daß sie auch in der Kamera! - Kammerökono-mie- und Staatswirthschaftsknnst ganz besondereMeister sind*). Und wenn schon viele, welche der Zeit bessere
bedeutenden Gütern, aber bald nach dem gesammten Eigenthumder Maltheser ausstrecken. Die Rgudlust war eine der Haupt-makeln des Ordens, und die ganze Geschichte ist so voll vonBeyspiele» dieser Art, daß man, für so »»eigennützig, mäßigund zufrieden die Jesuiten immer sich ausgeben mögen, ihnengleichwohl in diesen, Punkle gerade am allerwenigsten auf ihrWort glauben darf.
*) Da« waren sie freylich in einem ganz vorzüglichen Grade, undeben deswegen schämten sie sich nicht, einen durch die ganzeWelt ausgebreiteten Handel zu treiben. So wie sie in Indienden Großhandel trieben, so verkauften sie i» Europa im De-tail. Es war beynahe kein einziges Kollegium, i» welchem mannicht mir allein Ledensmirtel, sondern auch Tändeleien, Ar-zeneien u. dergl. verkaufte. In wie ferne man aber zu gleicherZeit ein vom Geiste Gottes belebter Apostel, ein Religivnsheld,ein Heiliger, und da»» ein spekulativer Handelsmann, einStaatswirkhschastSyerständiger, Kameralist und Finanzier sey»